Wanderbericht Rätikon im August 2000


VON: Frank Velten



DREI-Tage-Runde

Anreise
Sommerurlaub 2000. Fünftes Etappenziel ist der Rätikon Höhenweg. Von Kappl aus fahren wir weiter durchs Paznauntal, vorbei am Jamtal, über die Sivretta Hochalpenstrasse zum gleichnamigen Stausee. Leider können wir die Aussicht nicht genießen, denn es regnet wieder, so dass wir gleich weiter nach Bludenz fahren. Hier zweigen wir ins Brandner Tal nach Brand ab. Wir wollen zum Parkplatz Lüner See Bahn, um von dort die Umrundung des Rätikons vorzunehmen. 


1. Tag 07.08.00

1 Tourenverlauf


Seit nunmehr zwei Tagen warten wir auf ein Wetterbesserung. Der ganze Vorarlberg und Rätikon geht im Regen unter. Zwischenzeitlich waren wir mal nach Lindau gefahren, um wenigstens etwas zu unternehmen. Überall Überschwemmungen, Murrenabgänge und Strassensperrungen. Und wir sind mittendrin! Sogar die Rheinautobahn A 14 bei Dornbirn wird wegen Überschwemmung gesperrt. 
Tatsächlich, heute hat der Regen nachgelassen. Schnell fahren wir nochmal nach Brand um einige Dinge (Frühstück) einzukaufen. Nebenbei „fällt“ für Vera eine neue Trachtenjacke ab. Zurück auf unserem Parkplatz , ein gutes Frühstück, dann packen und ab geht’s! 
Über den „Bösen Tritt Steig“ kommen wir zur Douglashütte (1979 m). Weiter nach links über die Staumauer steigen wir am Verabach zum „Verjoch“ 2330 m) auf, gleich dahinter geht’s wieder hinab zum Schweitzer Tor (2187 m). Es sieht wirklich aus wie ein großes Tor, durch das man auf die Südseite des Rätikons bzw. auf die Schweizer Seite sehen kann. Wieder aufwärts gelangen wir zum Öfapaß (2291 m). Rechts von uns steigt die mächtige Drusenfluh (2827 m) und die Drei Türme (2755 m) auf. Vor uns sehen wir im Talschluß die Lindauer Hütte (1744 m) stehen. Die Lindauer Hütte erscheint uns etwas groß, hat nicht mehr soviel gemein mit einer „Hütte“. Noch ein kurzer Blick auf den neben der Hütte angelegten Alpengarten, dann laufen wir weiter, wir wollen noch die Tilisuna Hütte (2208 m) erreichen. Zügig steigen wir den Birkengrat auf und erreichen nach 1,5 Stunden (sind recht schnell gegangen) die Tilisuna Hütte. Auf einer Hochfläche gelegen bietet sie einen tollen Blick in die Runde, vor allem aber zur Sulzfluh (2818 m). Nun noch waschen, umziehen und ab in die Gaststube etwas essen. Auch die Wetterlage hat sich deutlich gebessert. Was will man mehr.....


2 Infos zur Tour


Wetterlage: warm, ca. 10 Grad, bewölkt und anfangs Regen


Höhendifferenz:         Aufstieg: 
                                Talstation Lünerseebahn (1565 m) – Douglashütte (1979 m)
                                55 Min. 400 HM
                                Douglashütte (1979 m) – Verajoch (2330 m)
                                350 HM
                                Verajoch (2330 m) – Schweitzer Tor (2187 m)
                                150 HM Abstieg
                                Schweitzer Tor (2187 m) – Öfapaß (2374 m)
                                110 HM Aufstieg
                                 Öfapaß (2374 m) – Lindauer Hütte (1744 m)
                                 550 HM Abstieg
                                Lindauer Hütte (1744 m) – Tilisuna Hütte (2208 m)
                                650 HM Aufstieg
                                Summe Aufstieg: 1510 HM
                                Summe Abstieg: 700 HM
                                Summe Strecke: ca. 16 km

Gehzeiten: ca. 6,10 Stunden mit Pausen 

Einkehrmöglichkeiten: Douglashütte, Lindauer Hütte, Tilisuna Hütte

Unterkunft: alle o.g. Hütten

Ausrüstung: siehe Packliste

Literatur: Zeitschrift „DAV Panorama“ Heft 4/99 Seite 31 ff (Beschreibung der Hütte und Tourenvorschläge)

Informationen: 


2. Tag 08.08.00

1 Tourenverlauf


Es ist 8.20 Uhr, wir steigen zur Sulzfluh (2818 m) auf, zunächst über grüne Grasmatten, dann über glattgeschliffenen Kalk und zuletzt über Neuschnee zum Gipfel. Wir sind nicht allein, ein junger Mann den wir gestern abend kennengelernt hatten ist schon vor uns oben, nach uns kommen noch einige ältere Herren , der Gipfel ist einfach zu besteigen. Wir steigen wieder ab, halten uns dann rechts (gehen praktisch um die Sulzfluh herum) und kommen nach einem sehr steilen Abstieg an der Sulzfluhütte ( 2120 m) vorbei, auf den Rätikonhöhenweg (Südseite). Im leichten Auf und Ab verläuft der Weg nun südseitig an der Sulzfluh vorbei zur Garschina Hütte (2221 m). Hier verweilen wir kurze Zeit, um etwas zu essen. Dann folgen wir dem Hohenweg wieder vorbei an den Drei Türmen und der Drusenfluh (diesmal Südseitig), am Schweitzer Tor vorbei zum Cavelljoch (2239 m). Von hier hat man einen pfantastischen Blick über den Lünersee und weiter ins Brandner Tal. Nun folgt noch eine lange „Hatscherei“ bis zur Schesaplanahütte (1908 m) unserem heutigen Etappenziel. Ursprünglich hatten wir vor bis zur Mannheimer Hütte zu gehen, aber das war nun doch zu weit! 

2 Infos zur Tour


Wetterlage: warm, ca. 12 Grad, bewölkt und etwas Regen

Höhendifferenz:    Aufstieg: 
                            Tilisuna Hütte (2208 m) – Sulzfluh (2818 m)
                            1,35 Stunden 610 HM
                            Sulzfluh (2818 m) – Sulzhütte (2120 m)
                            700 HM Abstieg
                            Sulzhütte (2120 m) – Garschina Hütte (2221 m)
                            100 HM Aufstieg
                            Garschina Hütte (2221 m) – Schesaplanahütte (1908 m)
                            4, 20 Stunden 300 Hm Aufstieg / 700 HM Abstieg

                            Summe Aufstieg: 1000 HM
                            Summe Abstieg: 1400 HM
                            Summe Strecke: ca. 26 km

Gehzeiten: ca. 7,10 Stunden mit Pausen 

Einkehrmöglichkeiten: Garschina Hütte (Offen, obgleich nach Führer
geschlossen in der Woche!!)

Unterkunft: Garschina Hütte, Schesaplana Hütte 



3. Tag 09.08.00

1 Tourenverlauf


Start ist wieder um 8.20 Uhr. Sofort steigen wir 800 HM!! Auf. Denn die Schesaplanahütte liegt direkt am Fuß der Schesaplana. Am Schesaplanasattel (2728 m) liegt der Brandner Gleschter vor einem, im Hintergrund ist die Mannheimer Hütte (2679 m) zu erkennen. Es war die richtige Entscheidung am Vorabend abzubrechen, denn das wäre zuviel gewesen. Rechts von uns führt eine Spur (es liegen hier ca. 15 cm Neuschnee durch die Niederschläge der vergangenen Tage) zum Gipfel (2965 m) auf. 

Anfang August, Neuschnee auf der Schesaplana

Kurze Zeit später stehe ich auf dem Gipfel, Vera wartet ca. 50 m unterhalb am Abzweiger der wieder hinab zur Totalbhütte (2381 m) geht. Oben vom Gipfel hat man eine tolle Rundumsicht...soweit das Wetter dies zuläßt! Unter mir liegt der Gletscher, rechts der Lüner See, weiter rechts die Sulzfluh und Drusenfluh. Nach 20 Minuten steigen wir gemeinsam zur Totalphütte ab. Hier ggibt’serst einmal „quasi“ als Abschluß der Tour ein opulentes Essen (Kaiserschmarren und andere Dinge...). Mit dem nötigen „Balast“ steigen wir den restlichen Weg zum Lünersee hinab, laufen den Rundweg weiter bis zur Lünserseebahn (Douglashütte) und steiegn über den eingangs genannten Bösen Tritt wieder hinab zum Parkplatz. 
Eine rundum gelungene Tour,, die wärmstens weiter empfohlen werden kann, wobei dann die Etappen kürzer sein sollten, sprich mind. eine 4 Tagetour!!


2 Infos zur Tour
Wetterlage: warm, ca. 13 Grad, zeitweise bewölkt 
Höhendifferenz:        Aufstieg: 
                                Schesaplanahütte (1908 m) – Gipfel (2965 m)
                                1060 HM
                                Abstieg:
                                Gipfel (2965 m) – Totalphütte (2381 m)
                                600 HM
                                Totalphütte (2381 m) - Parkplatz (1565 m)
                                800 HM


                                Summe Strecke: ca. 14 km

Gehzeiten: ca. 7,10 Stunden mit Pausen 

Einkehrmöglichkeiten: Totalphütte Super Essen!!!!!

Unterkunft: Totalphütte, Douglashütte

Literatur: Rätikon; Gebietsführer mit Gebietskarte, Bergverlag Rother 






Übersichtskarte: Rätikon Höhenweg Nordseite und Südseite



Panoramakarte Golmerbahn - Lünerseebahn