BERGWANDERUNG MIT
DEM DAV KIEL JULI 2001
VON: Frank Velten
Fünf-Tage-Runde
TEILNEHMER(IN): Vera Velten, Susanne Bartelt, Hans-Joachim Kunigkh, Peter Schmid, Juliane Eich,
Walter Fuhr, Kai Ahrend, Ingrid Johannsen, Frank Velten
ORGANISATION:
Frank Velten
1. Tag 01.07.01
1 Tourenverlauf
Schon bei der Anreise zum Rosengarten stellten wir fest, dass noch recht viel Schnee liegt und wir unsere Tour den Verhältnissen anpassen müssen. An der Kölner Hütte treffen wir nun alle zusammen und tatsächlich, nach Rücksprache mit dem Hüttenwirt ändern wir unsere Planung, den zunächst angedachten Weg über den Santner Pass zu nehmen. Dort hätten wir eine vereiste Rinne durchschreiten müssen, die aber wegen fehlender Ausrüstungen zu risikoreich gewesen wäre. Daher steigen wir nun zum Tschaggerjoch (2630m) hinauf, um auf diesem Wege zur Vajolethütte (2243m) zu kommen. Der Weg führt zunächst über einen schmalen Pfad hinauf zum Joch, hierbei müssen schon einige leichte Felspassagen überwunden werden und über ein steiles Schneefeld steigen wir vom Tschaggerjoch dann hinab zur Vajolethütte. Beim Aufstieg im Fels und dem Abstieg im Schneefeld wurden „vorhandene“ Grundkenntnisse „Gehen im Gelände und im Schnee“ wieder aufgefrischt.
Abstieg vom Grassleitenpaß
An der Hütte angekommen, sind wir nicht allein, denn viele Tagesgäste „belagern“ die Hütte. Der Grund, das Ganze sieht aus wie ein Berggottesdienst der hier abgehalten wird. Von der Vajolethütte laufen wir den Weg Nr. 584 ca. 350 HM aufwärts zum Rif. Pincipe (Grassleitenpasshütte 2603m) hinauf. Hier oben pfeift ein starker Wind, so dass wir bald wieder vom Pass über ein weiteres Schneefeld, zur Grassleitenhütte (2134m) unserem Tagesziel absteigen.
Morgens vor der Grassleitenhütte
Insgesamt sind alle froh nun in der Hütte zu sitzen, denn dieser erste Tag war recht anstrengend. Hier zeigen sich schon konditionelle Probleme, infolge der vielen Höhenmeter (Aufstieg 700; Abstieg 900) und des schweren Rucksacks. Fazit des Abends, kritische Überprüfung der mitgenommenen Ausrüstung auf Notwendigkeit.
Abends nach dem Essen trage ich die Geschichte von König Laurin und wie der Name „Rosengarten“ entstand vor. Natürlich geht’s wie immer um eine unglückliche Liebe.
2. Tag 02.07.01
1 Tourenverlauf
Der nächste Morgen. Das Wetter ist gut, es scheint die Sonne. Wir laufen erst einmal ca. 250 HM den Weg hinab, dann geht’s durch Latschenkiefernwald aufwärts an einem Bach vorbei zum Bärenloch hinauf. Am Ende (Talschluß) steigen wir über einige Felsstufen (teilweise mit Drahtseil gesichert) hinauf und stossen oben auf einen Querweg der uns zu den Schlernhäusern (2457m) unserem Tagesziel führt. Dort wird erst mal eine „Spielstunde für Handybesitzer“ eingelegt, den die sitzen nun da und schreiben SMS´s.
Dannach geht´s noch mal 200 HM hinauf. Hier haben wir eine phantastische Rundumsicht. Rosengarten, Latemargruppe, Bozen, Brenta, am Horizont der Ortler, Langkofelgruppe, Geislergruppe und Sellastock und direkt vor uns liegen die Schlernhäuser. Bei deren Anblick gerät Juliane ins schwärmen, denn sie war vor ca. 20 Jahren einmal hier. Unter uns breitet sich die gesamte Seiser Alm aus. Gegen 14.00 Uhr erreichen wir die Hütte und die Gruppe erhält von mir einen „freien“ Nachmittag.
Schlernhäuser: Einfach nur die Seele baumeln lassen........
Einige genießen die Nachmittagsonne andere steigen den nahegelegenen Petz (2564m) auf´s Haupt und um 18.30 Uhr treffen wir uns alle wieder zum gemeinsamen Abendessen.
Nach dem Essen gehen wir die Planung des nächsten Tages an. Am Ende entscheiden wir uns zur Plattkofelhütte zu gehen.
3. Tag 03.07.01
1 Tourenverlauf
Um 8.30 Uhr starten wir von den Schlernhäusern, zunächst geht es den gleichen Weg zurück bis zum Querweg und von dort weiter zur Tierser Alp Hütte (2440m). Kurz hatten wir überlegt, dass wir den Klettersteig „Maximilianweg“ gehen wollen, aber wegen der schweren Rucksäcke lassen wir dies sein. Nach einer kurzen Pause laufen wir weiter zur Plattkofelhütte, vorbei an grasgrünen Hügeln. Hier wachsen Trollblumen, Berganemonen, Alpenrosen und Bergorchideen. An einer Wiese mit Blick ins Durontal verweilen wir mehr als eine Stunde. Es ist einfach schön und entspannend hier zu liegen und die Umgebung in sich aufzunehmen.
Na, wenn das kein schöner Rastplatz ist...
Gegenüber können wir schon den Aufstiegsweg des nächsten Tages sehen. Gegen 14.30 Uhr erreichen wir die Plattkofelhütte (2300m). Dort steigen Peter und ich noch zum Plattkofel (2964m) auf, wir haben wohl noch nicht genug getan.....
Frank beim Abstieg vom Plattkofel
Um 18.00 Uhr treffen wir uns wieder zu Essen. Einvernehmlich wird festgestellt, dass Highligth dieser Hütte (Privathütte) ist die warme Dusche!!
4. Tag 04.07.01
1 Tourenverlauf
Eine Bergwandergruppe wäre keine richtige Gruppe, wenn auch uns nicht dieses Missgeschick passiert wäre: gut gelaunt starten wir um 8.30 Uhr, sind noch keinen Kilometer gewandert, da stehen wir allesamt auf einem Mistacker!! Trotz „guter“ Ortskenntnisse von Kai, er war ja schließlich schon vor 14 Jahren einmal hier, und der vielen Wanderkarten die mitgeführt wurden, landeten wir im „Misthaufen“. Also wieder ein Stück des Weges zurück und siehe da, die Wegmarkierung zeigt woanders hin. Wir folgen nun dem richtigen Weg der uns talabwärts ins Durontal führt. Unten erreichen wir eine kleine Fahrstrasse der wir talaufwärts folgen. Nach ca. 2,5 km müssen wir links hinauf zum Duronpaß (2282m) und damit kommen wir wieder hinein in den Rosengarten. Der Aufstieg ist zäh, heiß und erfordert doch so einige „Trinkpausen“. Weiter über den Dorapaß (2660m) kommen wir dann zur Antermoia Hütte (2476m) die herrlich zwischen den Bergen am gleichnamige See liegt. Hier bilden sich wieder Kleingruppen, um den Nachmittag individuell zu nutzen. Kai und Susanne versuchen sich am Klettersteig Kesselkogel, Vera, ich, Hans-Joachim und Peter wollen zum Einstieg des Laurenzi Klettersteig und der Rest wandert zum See.
Peter und ich erreichen den Einstieg des Klettersteig und üben sich im Felsklettern und sichern, Vera und Hans-Joachim sind vorzeitig zurück zum See hinunter und wollen auf uns warten. Auch Peter und ich kommen zum See und....gehen mit Hans-Joachim schwimmen! Wäre ja nichts besonders, wenn da nicht noch das Eis auf dem See schwimmen würde. Es ist „sehr“ kalt aber herzerfrischend.
Beim Abendessen wird reichlich von den Erlebnissen erzählt. Susanne und Kai sind leider nicht sehr weit hoch gekommen, weil die Rinne bzw. das Seil im und unter dem Schnee lag.
5. Tag 05.07.01
1 Tourenverlauf
Hinter der Hütte steigen wir über Fels und Schnee zum Lausa Pass (2720m) hoch. Mittlerweile haben alle mehr Übung beim Gehen im Gelände. Dann steigen wir in ein Hochtal hinab, dass am Scalettapass (2348m) endet. Zwischenzeitlich hatten wir ein kurzes Intermezzo, ein ganzes Rudel Steinböcke beobachtete uns von oben. Wir klettern nun den Scalettasteig hinab. Dieser Steig zeigt doch einigen von uns ihre Grenzen auf. Doch letztlich kommen wir alle unten gut an, dann folgen wir einem einfachen Weg der parallel an der Bergflanke vorbeigeht und erreichen die Gardecciahütte (1940m), an der sich alle von dem anstrengenden Abstieg erholen. Am Nebentisch singt eine Gruppe Einheimischer Heimatlieder und wir entpannen.
Juliane und Walter wollen hier die Nacht verbringen und bleiben daher zurück, während der Rest der Gruppe noch weiter zur Rotwandhütte (2282m) aufsteigt. Diese liegt auf einem Plateau direkt unterhalb der Rotwand.
6. Tag 06.07.01
1 Tourenverlauf
Heute früh verabschieden wir Kai, der zurück nach Hindelang muss, weil er dort einen Jugendleiterkurs besuchen will.
Dann machen wir uns auf den Weg, um zum Einstieg des Masare` Klettersteigs zu kommen. Hier wollen wir uns im Klettersteiggehen versuchen. Der Steig eingestuft als „Schwierig“ geht einige Male senkrecht auf und ab. Man hat eine tolle Sicht , mal auf Vigo di Fasa und mal auf den Karerpass. Nach 1 ½ Stunden konzentrierter Kletterei haben wir etwa die Hälfte des Steigs zurückgelegt. Wir gehen wieder zurück, denn der Einstieg/Ausstieg am anderen Ende ist recht anstrengend und sollte nur von erfahrenen Klettersteiggehern angegangen werden. Für die meisten in der Gruppe war dies der erste Klettersteig den sie gegangen sind.
Wieder zurück an der Rotwandhütte treffen wir Juliane und Walter, die zwischenzeitlich eingetroffen sind. Am Nachmittag wird nur noch gefaulenzt ....denn morgen geht’s hinab zum Karerpass.
Am Morgen des 07.07.01 steigen wir hinab zur Paolinahütte wo sich die Gruppe endgültig trennt. Es war eine schöne aufregende Tour. Ich werde etwas vergleichbares für das nächstes Jahr anbieten und auch gerne die Planung, Organisation und Durchführung der Tour übernehmen.
Verfasser:
Frank Velten
Email:
Kailash@gmx.de
Homepage: www.bergeonline.de
Literatur: Zeitschrift „Bergsteiger“ Heft 4/96 Seite 11 (Beschreibung der Tour)
Informationen: Zu den Klettersteigen aus E.Hüsler, Klettersteigatlas 1999