Umrundung der Rosengartengruppe; Dolomiten Juli 2000


VON: Frank Velten

DREI-Tage-Runde


Anreise
Sommerurlaub 2000. Erstes Etappenziel ist die Rosengartengruppe. Startpunkt ist der Parkplatz am Karerpass (Hotel Savoy).



1. Tag 24.07.00


1 Tourenverlauf


Vorweg, erst gibt’s ein tolles Frühstück im VW-Bus. Eingekauft haben wir in Tiers in einer Bäckerei. Anschließend fahren wir zum Karerpass (1745m), Hotel Savoy, hier wollen wir für die nächsten Tage das Auto abstellen und in die Rosengartengruppe einsteigen.
Wir starten um 9.45 Uhr ab dem Parkplatz, der Weg steigt leicht an, geht zunächst über Bergwiesen, weiter am Sockel der Roten Wand entlang zur Rosengartenhütte. Nach 2,10 Std. erreichen wir die diese. Leider meint es das Wetter nicht gut mit uns. Tiefhängende Wolken, Regen und starker Wind zwingen uns die komplette Regenkleidung anzulegen. Etwas unwohl ist mir wegen des schlechten Wetters, weil wir einen Klettersteig vor uns haben. Dieser Klettersteig ist wenig gesichert und die Steine sind durch den Regen nass und glitschig. Keine optimalen Voraussetzungen, um eine Tour zu starten. Nach einer kurzen Pause an der Hütte (35 Min) steigen wir weiter auf. Es sind bis zum Santnerpass ca. 400 HM aufzusteigen. Hoffnung, nach einer halben Stunde bessert sich das Wetter, ein Blick zurück zeigt, dass wir nicht mehr allein unterwegs sind. Der Steig ist eine wahre Freude, wegen der geringen Sicherungen muss man(n) und frau sich mit dem Fels anfreunden, um sicher nach oben zu gelangen. Nach 2 Stunden erreichen wir sicher und zufrieden die Santnerpasshütte (2734m). Hier machen wir wieder eine halbe Stunde Pause. Der bestellte große Kaffee erreicht nicht mal die 0,2 l Marke, dafür ist der Preis aber doppelt so hoch wie normal und mit einem Taschenrechner kann das Mädel auch nicht umgehen, sie verrechnet sich mehrfach und am Ende wird alles auf Papier geschrieben und aufaddiert. 
Gegen 15.00 Uhr steigen wir zur Gartlhütte (2621 m) ab. Gegenüber dieser Hütte sind die Vajolettürme, unter Kletterern so etwas wie das Paradies. Trotz des schlechten Wetters stehen hier sogar einige Zelte neben der Hütte, um die Vielzahl der Kletterer hier aufzunehmen. Dann an der Hütte vorbei geht’s ein steiles Kar zur Varolethütte (2243m) hinab. Unten der Varolethütte angekommen halten wir uns links und laufen den Weg Nr. 584 ca. 350 HM aufwärts zum Rif. Pincipe (Grassleitenpasshütte 2603m) hinauf. Wieder spielt das Wetter verrückt, Regen, Nebel und Sonne wechseln sich ab. Vom Pass steigen wir 450 HM ab, zur Grassleitenhütte (2134m) unserem Tagesziel. Hier wollen wir übernachten. Auch ohne Vorbestellung erhalten wir noch zwei Lager obwohl die Hüttenwirtin uns anmacht, warum wir kein Lager vorbestellt hätten. Im nachhinein stellen wir fest, dass die Hütte ist nicht voll ist.
Dann kommt unser Abendessen....mit Laugenbrötchen (aus der Bäckerei im Ort), Leberkäs und einem Kaiserscharren werden die verlorenen Kalorien wieder aufgefüllt. Apropo auffüllen, dazu gibt es Schneider Weise und Schiwasser. 
Hier auf der Hütte treffen wir zum ersten Mal auf eine Wandergruppe des DAV Summit Club´s. 


2 Infos zur Tour


Wetterlage: warm, ca. 16 Grad, bewölkt und etwas Regen
Höhendifferenz:             Aufstieg: 
                                    Karerpass – Rosengartenhütte 
                                    Rosengartenhütte – Santnerpasshütte 1000 HM gesamt
                                    Rif. Varolet – Rif Principe 350 HM
                                    Abstieg:
                                    Santnerpasshütte - über Gartl-Hütte – Rif. Varolet 500 HM
                                    Rif. Principe – Grasleitenhütte 450 HM

                                    Summe Aufstieg: 1350 HM
                                    Summe Abstieg: 950 HM
                                    Summe Strecke: ca. 14 km

Gehzeiten: ca. 6,55 Stunden mit Pausen 

Einkehrmöglichkeiten: Rifugio Paolina, Rosengartenhütte, Santnerpaßhütte, 
Gartl-Hütte, Rif. Varolet, Rif. Principe

Unterkunft: Grasleitenhütte bzw. alle o.g. Hütten

Ausrüstung: siehe Packliste

Literatur: Zeitschrift „Bergsteiger“ Heft 4/96 Seite 11 (Beschreibung der Tour)

Informationen: Zu den Klettersteigen aus E.Hüsler, Klettersteigatlas 1999

 


2. Tag 25.07.00


1 Tourenverlauf


Der nächste Morgen. Nebelschwaden steigen langsam herauf, die Sonne bricht durch den Nebel. Wir laufen erst einmal ca. 250 HM den Weg hinab, dann geht’s durch Latschenkiefernwald aufwärts an einem Bach vorbei zum Bärenloch hinauf. Am Ende (Talschluß) steigt man über eine Felsstufe (teilweise mit Drahtseil gesichert) hinauf und stößt auf den Querweg der uns zur Tierser Alp Hütte (2438m) führt. An der Hütte vorbei steigen wir zum Molignon Pass (2598m) auf. Von hieraus kann man hinüber sehen zur Grassleitenpasshütte ( Rif. Principe) an der wir gestern vorbei gelaufen waren. Oben am Pass ist auch der Einstieg zum Laurenzi Steig, nach Hüslers Kletteratlas mit der Stufe „Schwierig“ eingestuft, weil er sehr exponiert ist. Wir haben das nicht feststellen können, weil um uns herum nur Wolken waren. Der Steig ist recht anstrengend, weil er immer wieder an-und absteigt und mit wenig Sicherungen versehen ist. Vor allem am Ausstieg benötigt man einen kräftigen Bizeps, denn es gilt eine ca. 10 m hohe Platte ohne Tritt abzusteigen. Es folgt der sehr steile Abstieg zur Antermoia Hütte (2498m) die am gleichnamigen See liegt. Hier entspannen wir erst einmal von dem anstrengenden Steig. Hier treffen wir wieder auf „Teile“ der DAV Summit Gruppe, die über den Grassleitenpass am Kesselkogel vorbei hierhin abgestiegen ist. Für uns geht’s zum Lausa Pass hoch und dann wieder hinunter zum Scalettapass (2348m). Ab hier steigt man den steilen wenig gesicherten Scalettasteig hinab, folgt der Bergflanke und erreicht dann die Gardecciahütte (1940m). Hier wollen wir übernachten. Leider stellt sich heraus, dass dies keine Alpenvereinshütte ist, sondern eine privat geführte Hütte. Die Übernachtung mit Dusche über den Flur kostet 33.000 Lire/Person und sie haben Kartenzahlung (VISA). Obwohl das Refugio Gardeccia ein halbes Hotel ist und die Übernachtung nicht mehr in der Preisspanne der AV-Hütten liegt, hatten wir dennoch einen netten Abend. Genug Bergwanderer hatte sich hierher „verlaufen“, so dass es an netter Unterhaltung nicht fehlte. Nervig war nur der Kieler Typ, der sich von seiner Reisegruppe (DAV-Summit Club) abgesondert hatte, weil ihm die Gruppe zu „leistungsorientiert war......!?! Vielleicht hätte er die gleiche Energie zum Wandern aufbringen sollen, die er beim Erzählen seiner bisherigen „Taten“ zeigte. 

Bilder Tour Rosengarten

Unterwegs im Klettersteig Santer Pass    aufsteigender Morgennebel

Morgenstimmung

Unterwegs im Laurenzi Klettersteig                Verlauf des Laurenzi Klettersteigs


2 Infos zur Tour


Wetterlage: warm, ca. 16 Grad, bewölkt und etwas Regen
Höhendifferenz:                Aufstieg: 
                                        Grasleitenhütte – Tierser Alp Hütte 550 HM

                                        Tierser Alp Hütte – Laurenzi Steig 500 HM
                                        Antermoia Hütte – Rif. Gardeccia 350 HM
                                        Abstieg:
                                        Grasleitenhütte – Tierser Alp Hütte 250 HM
                                        Laurenzi Steig – Antermoia Hütte 300 HM
                                        Antermoia Hütte – Rif. Gardeccia 850 HM

                                        Summe Aufstieg: 1400 HM
                                        Summe Abstieg: 1400 HM
                                        Summe Strecke: 

Gehzeiten: ca. 9,40 Stunden mit Pausen 

Einkehrmöglichkeiten: Tierser Alp Hütte, Rif. Antermoia

Unterkunft: Rif. Gardeccia (privat) bzw. alle o.g. Hütten



3. Tag 26.07.00

1 Tourenverlauf


Von der Hütte führt der Weg gleich hinauf zum Cigoladepass (2579m). Oben angekommen müssen wir gleich wieder 250 HM hinunter, dann an einer Weggabelung im Talgrund halten wir uns rechts (Nr.551) und steigen wieder zum Vailon Pass 2560m auf. Hier beginnt der Rotwandklettersteig. Kühn und gut versichert verläuft der Weg zum Gipfel der Rotwand (2806m) auf. Oben machen wir eine kurze Pause (Eintrag ins Gipfelbuch und die obligatorischen Fotos fürs Album) und steigen dann auf der anderen Seite ca. 300 HM ab in eine enge Senke hinein. Hier beginnt der Masare` Klettersteig. Am Einstieg ist neben der technischen Komponente auch wieder ein kräftiger Bizeps notwendig, denn zunächst muss eine glatte Wand von mehreren Metern „erobert“ werden, bevor man dann gemütlich zum eigentlichen Einstieg des Masare` Klettersteigs kommt. Der Steig eingestuft als „Schwierig“ geht einige Male senkrecht auf und ab. Man hat eine tolle Sicht , mal auf Vigo di Fasa und mal auf den Karerpass. Nach 1 ½ Stunden sind wir am Ende des Steigs angekommen und laufen nun abwärts zur Rotwandhütte. Hier gönne ich mir noch ein Bier, dann wollen wir weiter Richtung Karerpass. Wir hatten uns auf einen etwas längeren gemütlichen, nicht so steilen Abstieg geeinigt (Weg Nr. 548). Leider endet dieser irgendwo auf einer Alm, so dass wir querfeldein gehen bis wir auf einen Fahrweg stoßen der uns nach Vallonga führt, weit ab vom Karerpass. Per Autostopp erreichen wir gegen 17.30 Uhr Vigo di Fassa (entgegengesetzte Richtung). Mit dem öffentlichen Bus wollen wir zum Karerpass zurückfahren. Leider ist der letzte Bus vor 10 Minuten gefahren, Taxi ist uns zu teuer und zu umständlich (muss erst tel. angefordert werden). Also noch mal Autostopp, ein Ehepaar aus Rom nimmt uns mit zum Karerpass. Kurz nach 18.00 Uhr stehen wir wieder am Auto und schauen nach oben zur Rosengartengruppe, die wir gänzlich mit fast allen Klettersteigen in den letzten drei Tagen durchwandert haben. 


2 Infos zur Tour


Wetterlage: warm, ca. 19 Grad, bewölkt 
Höhendifferenz:                    Aufstieg: 
                                            Rif. Gardeccia - Vallonga

                                            Summe Aufstieg: 1300 HM
                                            Summe Abstieg: 1500 HM
                                            Summe Strecke: 

Gehzeiten: ca. 7,5 Stunden mit Pausen 

Klettersteige:                         Santnerpass mittel
                                             Laurenzi Steig schwer
                                             Scaletta Steig mittel 
                                             Rotwandsteig mittel 
                                             Masare`Steig schwer
                                             Kesselkogel mittel (nicht gegangen)

Einkehrmöglichkeiten: Rotwandhütte 2283m

Unterkunft: alle o.g. Hütten

 

Auszug aus Kompass Wanderkarte



Auszug aus der Zeitschrift "Bergsteiger"