Ortler 3905 m (Südtirol)
Ortlerbesteigung über den Hintergrat
Teilnehmer: Hubert
Wehrle und Frank Velten
1 Tourenverlauf
14.08.2004
Wir starten um 4.50 Uhr am Parkpatz Sulden und folgen dem Weg Nr. 3 zur Hintergrathütte 2661 m. Diffuse Lichtspiele verfolgen den Sonnenaufgang oder besser den Tagesbeginn, denn leider verschwindet die Sonne immer mehr hinter den düster wirkenden Wolken. Die Hintergrathütte erreichen wir nach 1,5 Stunden, kein Betrieb... offensichtlich sind alle "Gipfelstürmer" schon am Hintergrat unterwegs.
Die weitere Beschreibung des Anstiegs erspare ich mir, denn darüber gibt es genug Literatur, die den Anstieg umfassend beschreiben. Kaum haben wir den Unteren Knott (3212 m) hinter uns gelassen fängt es an zu schneien. Die erste Seilschaft kommt uns schon entgegen. Ihnen ist das Wetter und die "verschärften" Bedingungen zu risikoreich! Hubert, mein Begleiter wirkt gelassen... es ist wohl seine 20 Ortlerbesteigung. Über den Oberen Knott erreichen wir den Signalkopf (3725 m), eigentlich beginnen jetzt erst die Schwierigkeiten. Doch infolge des Schnees haben wir uns zwischenzeitlich abgesichert und umklettern den Signalkopf und kommen an die Schlüsselstelle (III. Grad). Über diese und weitere Firnaufschwünge hinauf erreichen wir um 11.50, nach 7 Stunden den Gipfel des Ortlers (3905 m). Eine beachtliche Leistung bei diesen Wetterverhältnissen!!
Neben uns sind einige weitere Seilschaften am Gipfel, zum Teil sind sie über den Normalweg von der Payerhütte aufgestiegen. Nur selten haben wir Gelegenheit die Aussicht zu bewundern, denn immer wieder verhüllt sich der Gipfel in Wolken. Immerhin es schneit nicht mehr und wir steigen nach einer halben Stunde Rast über den Normalweg zur Payerhütte (3029 m) hinab. Der Normalweg wird im Führer folgendermaßen beschrieben: "...der Anstieg von der Payerhütte zum Ortler ist einer der schwierigsten Normalwege in den Ostalpen, führt er doch zuerst über einen Felsgrat mit brüchigem Gestein und dann über zunehmend aufsteilende Gletscherhänge mit Spalten und einer im Sommer manchmal unüberwindbaren Querspalte im Übertritt zum oberen Ortlerplateau...." so weit der Führer! Dies im Abstieg zu erleben ist nicht einfacher...
Bei der Payerhütte genießen wir den wirklich guten Apfelstrudel!! Bevor wir nun über die Tabarettahütte hinab nach Sulden steigen. Um 17.15 Uhr erreichen wir wohlbehalten den Parkplatz.
Fazit: Eine phantastische nicht zu unterschätzende Tour bei diesen Wetterverhältnissen.
Bilder zur Tour
Der erste "Kontakt" vom Reschenpass Morgentliches Lichtspiel an der Hintergrathütte
Eine Seilschaft steigt wieder hinab zur Hütte Auf dem Hintergrat
Erstes Firnfeld Oberer Knott Umklettern des Signalkopfes
Einer der letzten Felsaufschwünge vor dem Gipfel Firnfeld vor dem Gipfel
Ortlergipfel 3905 m
Spaltenzone im oberen Ortlergletscher (Normalweg)
Abstieg zur Payerhütte (Normalweg)
2 Infos zur Tour
Höhendifferenz:
Aufstieg: Parkplatz Sulden – Hintergrathütte 800 HM
Hintergrathütte - Gipfel Ortler 1250 HM
Abstieg: Gipfel Ortler -
Sulden Parkplatz 2200 HM
Gehzeiten:
Gipfel 7 Stunden
Abstieg 4 Stunden
gesamt Aufstieg und Abstieg incl. Pausen ca.
12 Stunden
Einkehrmöglichkeiten: Hintergrathütte, Payerhütte Tabarettahütte
Unterkunft: Hintergrathütte, Payerhütte Tabarettahütte
Literatur: AV Führer Ortlergebiet und Vom Ortler zum Similaun (Athesia Verlag)