Trekkingtour Annapurna Circuit 21.02.99 – 20.03.99
Von: Frank Velten
Musik aus Nepal
Anreise
Vera brachte mich zum Flughafen nach Hamburg. Der Flieger (Aeroflot) ging um 13.00 Uhr Ortszeit. Nach 2 ½ Stunden Flug Landung in Moskau und anschließend 8 Stunden Aufenthalt, bis zum Anschlußflug nach Kathmandu. Leider war die Zeit zur Besichtigung der Stadt zu kurz, da der Flughafen außerhalb ist und somit die Fahrzeit vom und zum Flughafen schon zu lange gewesen wäre. Außerdem wollten die Russen für das Visum 95,- DM haben. Also vertreibe ich mir die Zeit im Transitbereich des Flughafens. Um 02.00 Uhr Ortszeit fliege ich weiter nach Kathmandu, mit einer Zwischenlandung in Sharshar (Vereinigte Arabische Emirate) am Golf von Oman. Nach über 10 Stunden Flugzeit lande ich gegen 14.55 Uhr Ortszeit in Kathmandu. Hier ist es richtig warm, nix von Winter in Sicht, wo ist meine kurze Hose...?
Wenn man sich auf dem Flughafen so umschaut, könnte man meinen, daß die Saison schon voll im Gange ist. Überall vor den Abfertigungsschaltern lange Schlangen. Dennoch nach 30 Minuten habe ich die Paß- und Zollkontrolle erledigt, sowie Geld getauscht (1$ = 65,7 RS; 1 DEM = 36,5 RS). Dann komme ich aus der Abfertigungshalle raus und stehe vor 200 Schleppern!!! Und bestimmt 20 von denen laufen auf mich zu und bieten mir Taxi und Hotels an. Einer sagt zu mir, ich solle den Bus nehmen, der wäre günstiger und zeigt mir den Weg zur Haltestelle. Unterwegs erzähle ich ihm, daß ich noch ein Zimmer brauche, flugs hat er eine Familie mit Guesthouse und Tavelagency, naja ich hab dann sein Angebot (5 $/Nacht) angenommen. Ich kann nicht sagen, ob das seine Masche war...? Jedenfalls ist das Guesthouse gut, liegt mitten in Thamel (Altstadt) und hat eine tolle Dachterrasse. Also, erst mal Klamotten runter (ist echt heiß hier) und ab in die Stadt. Schon auf der Fahrt vom Flughafen zum Guesthouse war ich von der “Andersartigkeit oder Fremdartigkeit” beeindruckt. Vieles sieht man bei uns im Fernsehen, aber die Gewißheit uns geht es gut, läßt einen ziemlich locker damit umgehen. Hier leben die Menschen direkt an der Ringroad zum Teil in Erdlöchern. Darin wird geschlafen, gelebt, Mahlzeiten zubereitet und sogar Waren werden verkauft. Und diese Stadt "stinkt" zum Himmel, die vielen Feuer, die Abgase der Autos, vor allem aber die Taxen (Zweitakter) verpesten die Luft. Aus der Nase kam richtiger schwarzer Dreck!! Schon beim Anflug auf Kathmandu konnte man die Smogglocke sehen. Nun mein erster Gang durch die Altstadt ändert zunächst nichts an der Sprachlosigkeit. So überwältigend sind die Eindrücke, hier findet das Leben auf der Straße statt. Es ist sehr laut, die Autofahrer drücken ständig auf die Hupe, um sich ihren Weg durch die Gassen zu bahnen. Hier findet man das Benzinlager (Öltonnen) direkt neben dem Fleisch (offen zugänglich für Fliegen). Die Menschen sitzen in regelrechten Verschlägen und bieten ihre Waren feil. Ich weiß einfach nicht, wo ich zuerst hinschauen soll! Und das Verkehrscaos, alles was zwei Beine oder mindestens 2 Räder hat bewegt sich hupend, klingelnd oder schreiend durch die Straßen, ein Krach ist hier, unglaublich!! Gegen Abend, ich liege schon im Bett, wird es ruhiger, nun kommen die Hunde. Ihr Heulen begleitet mich in den Schlaf Als ich gegen 5 Uhr wach wurde war es still!!!
1. Tag
Mein Trekkingpermit und das Ticket für den Bus lasse ich über das Guesthouse erledigen. Der Eigentümer des Hotels hat mir klar gemacht, daß es für ihn kein Problem ist innerhalb eines Tages das Permit zu erhalten, ich hingegen müßte lange anstehen und bekäme das Permit wohl erst morgen. Obwohl ich den Preis auf 55 $ heruntergehandelt habe, ist das immer noch zuviel. Realistisch wäre wohl ca. 25 $ (Aber das ist mein Lehrgeld für Nepal). Aber ich will den Tag lieber in Kathmandu verbringen als im Immigrations Office. Außerdem bietet er mir einen Guide für 16 $ pro Tag an mit dem Hinweis, ohne ihn käme man auf dem Trek nicht zurecht. Ich erkläre ihm höflich aber deutlich, daß ich etwas Erfahrung in den Bergen habe und auch eine Karte lesen könne.

Ich mache einen Bummel durch die Altstadt Richtung Durbar Square und New Road , aber diesmal mit Kamera. Durbar Square (Durbar = Palast) ist ein alter Königspalast und Tempelbezirk, der nicht mehr bewohnt wird. Zu sehen sind neben einigen Pagoden vor allem die reichhaltigen Holzschnitzereien an Eingängen und um die Fenster herum. Leider muß man hier Eintritt bezahlen (250 RS). Eigentlich akzeptabel, wenn die Nepalis einen ähnlichen Preis zahlen müßten ( Sie zahlen einen Bruchteil davon). In der Mitte des Durbar Square steht der große Taleju Tempel mit drei Dächern, er wurde im Jahre 1549 fertiggestellt. Hier kann man wunderbar sitzen und dem Treiben auf dem Platz zuschauen, wenn nicht diese Händler, Bettler, Sadus und Kinder wären. In Kathmandu kann man keine 10 Schritte gehen ohne dreimal angesprochen worden zu sein, ob man was brauche oder kaufen wolle. Auch ist hier der “Kumari Bahal” der Tempel der Kumari. Sie ist eine jungfräuliche, lebende Göttin, die hier wohnt. Durch ein kleines Tor gelangt man in den Innenhof, manchmal zeigt sich die Kumari, bei mir jedoch nicht. Die Kumari gilt als Reinkarnation Parvatis, der Frau Shivas und wird als Kleinkind aus der Zunft der Goldschmiede nach einigen Tests ausgewählt. Ihre Aufgabe ist beendet, sobald sie das erste mal blutet, sei es durch eine Verletzung oder die Menstruation. Nach Erfüllung ihrer Aufgabe führt sie meist ein einsames Leben, da eine Heirat mit ihr Unglück bringen soll. Weiter geht es zum Monkeytempel bzw. zur Stupa Swayambunath . Monkeytempel deshalb, weil eine Vielzahl an Rhesusaffen hier wild leben. Swayambunath gilt als eine der ältesten buddhistischen Tempelanlagen der Welt.
Die Stupa von Swayambunath
Die ältesten Bauten sind ca. 2500 Jahre alt. Swayambunath ist auch heute noch ein heiliger Ort für die Buddhisten. Der schönste und auch anstrengendste Weg auf die Tempelanlage führt über die Osttreppe (ca. 300 Stufen). Von hier aus genießt man einen herrlichen Blick über Kathmandu und auch die Luft ist hier etwas besser. Hier hätte ich das erste Mal Veras T-Shirt verkaufen bzw. gegen drei andere Shirts tauschen können. Am Nachmittag schlendere ich wieder zurück zum Guesthouse, hier erhalte ich mein Trekking Permit und die Fahrkarte für den Bus, der am nächsten Morgen um 6.45 Uhr nach Besis Sahar fahren soll. Ich bin froh, daß ich morgen aus dem Kathmanduvalley rauskomme.
2. Tag
Mit einer Fahrradrikscha las ich mich zum Central Busstation fahren. Der arme Kerl muß ganz schön in die Pedale treten. Der Rucksack und ich wollen erst mal bewegt werden. Und dann, bis ich erst mal meinen Bus gefunden habe. Die meisten Local- und Touristenbusse starten von hier aus. Entsprechend viele Menschen sind deshalb schon hier und suchen ihren Bus. Touristen sind noch recht wenig hier. Die Saison beginnt erst in 1 ½ Wochen. Nach einigem Suchen und Fragen stehe ich vor meinem „Bus“. Nach und nach kommen die Fahrgäste. Was da alles auf dem Dach verstaut wird und drinnen nachdem alle Plätze besetzt sind kommen Basthocker in die Gangmitte, die auch noch belegt werden. Ich sitze auf einer Holzbank ohne Polster und mit meinen Knien halte ich die Rückenlehne meines Vordermannes fest. Die Fahrt soll ca. 8 Stunden für ca. 170 km dauern, na dann viel Spaß. Die “Besatzung” des Busses besteht aus dem Fahrer (der fährt nur!!), dem Bordmechaniker und dem Kontrolleur der gleichzeitig auch für die Beifahrerseite verantwortlich ist. D.h. wird’s eng, hat er zu schauen ob genug Platz ist (mittels Klopfzeichen.). Fast pünktlich geht es los, aus Kathmandu raus über einen Paß, hier ist auch der erste Checkposten, wo eine Straßengebühr entrichtet werden muß. Dann geht’s abwärts zum Fluß dem wir bis Dumre folgen. Die Fahrt ist trotz der Enge ein Genuß, der Bus lebt. Der eine murmelt seine Mantras, der nächste unterhält sich lautstark mit seinem Nachbarn, zwischendurch gackern die Hühner, wenn es ihnen zu eng wird und draußen zieht eine supertolle Landschaft vorbei. Immer wieder Reis- und Gerstenfelder, Bannanenbäume und Bambus. Wasserbüffel sind vor den Pflug gespannt, Ziegen und Kühe laufen frei herum (manchmal hilft nur eine Vollbremsung)aber die Straße ist in einem recht guten Zustand. Vera wäre hin und weg wenn Sie das sehen könnte!! Neben mir sitzt Eathan, ein Israeli, der gerade aus Thailand kommt und nun noch etwas “trekken” will. Ich kann ihn kaum verstehen, nicht weil sein Englisch schlecht ist, sondern weil er sogar durch die Zunge gepirct ist. Es gibt schon Typen... In Dumre verlassen wir den Highway und fahren über eine Piste nach Besis Sahar. Doch bevor wir in Besis Sahar eintreffen gibt’s noch zwei Breaks, einmal setzen wir auf (trotz hoher Bodenfreiheit) und reißen irgendwas unten auf (kostet uns 45 Minuten) und dann haben wir auch noch einen Platten (20 Minuten). Der defekte Reifen kommt auch noch in den Mittelgang. So was muß man gesehen und erlebt haben. In Besis Sahar wieder das gleiche Bild, ein Duzend Schlepper bieten Hotel an. Eathan und ich entscheiden uns für eine günstige Lodge mitten im Ort. Sehenswertes gibt es hier nicht. Die Straße ist gerade erst neu gemacht worden. Somit ist hier wenigstens kein Staub. Im Bett denke ich an Vera, ich vermisse sie schon jetzt!! Morgen beginnt der
Trekk!!
3. Tag
1 Tourenverlauf
Start in Besis Sahar (820m). Nach einer ziemlich schlechten Nacht, vermutlich durch die Zeitverschiebung (4 Std. 45 Min) und wegen heftiger Rückenschmerzen, freue ich mich richtig auf die Tour. Eathan liegt noch in der Kiste als ich um 7.30 Uhr losgehe. Insgesamt waren wohl an die 12 Trekker in der Lodge abgestiegen, Amerikaner, Israeli, Schweden und Deutsche. Jedenfalls bin ich der erste der unterwegs ist. Gleich zu Beginn geht’s abwärts zum Fluß Marsyandi. Der wird mich fast bis nach Manang begleiten. Hier gibt es jede Menge Menschen die als Steineklopfer ihr Geld verdienen. Sie zerschlagen Felsklumpen bis sie Kieselsteingröße haben, damit werden die Straßen gebaut. Auch fotografiere ich den ersten Bambus (wird bis zu 8 m hoch), die erste Bananenstaude mit Blüte und Schulkinder in ihrer traditionellen Schulkleidung (ein Überbleibsel der Briten). Die ersten Porter (Träger) begegnen mir, die tragen bis zu 60 kg auf ihren Rücken nur durch ein Stirnband gehalten. Hinter Ngadi hätte ich fast den Checkposten überrannt, weil ich dachte, da will dir einer wieder was verkaufen oder ein Hotel anbieten, die nerven nämlich ganz schön. Dann drang es endlich in mein Hirn “Checkposten”, alles klar, die Lacher waren nach Aufklärung auf meiner Seite. Die Checkposten kontrollieren das Permit damit niemand ohne zu bezahlen trekkt bzw. das man auf der vorgeschrieben Route bleibt. Denn nächsten Checkposten habe ich den mit einem “sanften” Namaste aus dem Schlaf geholt. Ständig muß ich die Flußseite wechseln und das geht nur über Hängebrücken die erste war recht abenteuerlich, aber die anderen Brücken sind in einem guten Zustand. Vor mir sind sie, die Berge, ich glaube das sind “nur” 7000er. Aus dem Flugzeug sahen die gar nicht so hoch aus und jetzt wachen sie fast in den Himmel. Viele Blumen und Tiere habe ich fotografiert. Gelaufen bin ich am ersten Tag ca. 28 km, mag viel sein, aber ich wollte mich müde laufen um besser zu schlafen. Hab auch eine nette Lodge gefunden (New Asia Guesthouse) für 20 RS/Nacht. Sie liegt ca. eine Gehstunde vor Jargat. Ich bin der einzige Gast hier. Die richtige Saison fängt erst noch an und ich bin froh allein (ohne Touristenrummel) unterwegs zu sein. Abends konnte ich mit der Familie gemeinsam in der Küche sitzen und plaudern. Der Lodgebesitzer erzählte von den Problemen in seinem Land, z.B. Arbeitslosigkeit, schlechte Infrastruktur. Gegen 20.00 Uhr gehe ich zu Bett. Diese Nacht war etwas besser, ich konnte fast durchschlafen.
2 Infos zur Tour
Wetterlage: warm, ca. 18 Grad, dunstig
Höhendifferenz: Besis Sahar – New Asia Lodge ca. 700m
Gehzeiten: ca. 10 Stunden mit Pausen; ca. 28 km
Einkehrmöglichkeiten: Vielzahl von Lodge´s und Restaurants am Weg
Unterkunft: New Asia Lodge (20 RS/Nacht); Bewertung ***
Ausrüstung: komp. Rucksack ca. 17 kg (siehe Ausrüstungsliste)
Literatur: Reise Know how “Nepal; Lonley Planet “Nepal,
4. Tag
1 Tourenverlauf
Abmarsch um 7.30 Uhr. Nach Jargat geht es gleich aufwärts. Die Talwände rücken enger zusammen und der Fluß (türkisfarben) ist immer neben mir. Ich habe das Gefühl im Odessa Park (Pyrenäen) unterwegs zu sein. Die Landschaft ist karg, niedriger Bewuchs und trocken. Ich denke, daß im Frühjahr diese Gegend farbenprächtiger sein wird. Der Weg führt immer wieder über Hängebrücken und durch kleine Ortschaften bis nach Dharapani (1889m). Heute ist die Sicht auf die Berge durch tiefhängende Wolken nicht möglich. Schon gestern abend zeichnete sich eine Wetterverschlechterung ab. Auch der Lodgebesitzer meinte schon, daß es oben schneit. Nur Schnee habe ich noch nicht gesehen, dafür setzt in Dharapani ein kräftiger Regen ein, genauer gesagt es schüttet wie aus Kübeln. Obwohl es noch recht früh am Tag ist (ca. 15.00 Uhr) bleibe ich in Dharapani. Bei dem Regen macht das Wandern keinen Spaß. Unterwegs habe ich einige Trekker eingeholt, die einen Tag vor mir gestartet sind. Unter anderem zwei deutsche Studenten, die sich in Kathmandu einen Guide aufschwatzen ließen. Der Mensch kostet sie 720 $ für den gesamten Trek. Einer der beiden ärgert sich auch schon mächtig darüber, ist halt eine Menge Geld und bisher brauchten sie keinen Guide. Auch einige andere habe ich eingeholt. Das ist recht gut zu kontrollieren, weil bei den Checkposten die persönlichen Daten sowie Start und Ziel der Tagesetappen festgehalten wird. So weiß man immer, wenn man vor sich hat. Die Unterkunft kostet wieder 20 RS und ist sehr einfach. Wegen des Preises für den Tee mußte ich wieder 5 Minuten feilschen (habe gewonnen). Ich sitze nun beim Tee und draußen wütet ein Gewitter während ich an meinem Tagebuch schreibe. Rein statistisch betrachtet gibt es 5 Tage Regen im Februar in dieser Gegend. Ich hoffe, daß nicht alle 5 "Statistiktage" auf mich hinunter regnen werden. Abends sitzen wir, ein Australier mit Guide , die beiden Deutschen mit Guide und ich, in der Küche. Wir essen zusammen und trinken Hot Lemmon Tea. Gegen 20.00 Uhr gehe ich schlafen. Heute habe ich den ganzen Tag an Vera gedacht, sie war wieder dabei (ich hatte das T-Shirt gewaschen und hinten an den Rucksack zum trocknen gehängt), aber das ist nicht dasselbe. Das war das erste und letzte Mal, daß ich allein auf Tour gehe. Ich denke, wenn wir solche Touren planen, muß es auch eine Lösung für Vera geben, um Urlaub zu bekommen.
2 Infos zur Tour
Wetterlage: heftiger Regen, später sogar Gewitter
Höhendifferenz: New Asia Lodge – Dharapani ca. 700 m
Gehzeiten: ca. 7.30 Stunden mit Pausen; ca. 21 km
Einkehrmöglichkeiten: Vielzahl von Lodge´s und Restaurants am Weg
Unterkunft: Dharapani “Trekker´s Hotel” (20 RS); Bewertung **
5. Tag
1 Tourenverlauf
Morgens auf dem Weg zur Toilette treffe ich eine Ratte die ebenfalls aus der Lodge kommt, vermutlich war es ihr auch zu naß. Der obligatorische Blick nach oben, Schnee ab ca. 3000 m Höhe und Sonnenschein. Vergessen ist der Regentag von gestern, der Weg führt durch tiefe Schluchten hinauf nach Chame (2713m). Direkt hinter Bagarchrap kommt eine Abzweigung. Ich nehem den Weg, der links aufwärts geht, was nicht falsch war, aber 200 HM mehr bedeutete. Also, zukünftig immer weiter geradeaus gehen. In Latamrang gibt es Hot Springs (heiße Quellen) in denen man baden kann, wenn nicht die Frauen des Ortes gerade ihre Wäsche dort waschen würden. Vielleicht sind die Hot Springs in Chame frei für ein Bad. In Chame angekommen, fängt es wieder an zu regnen bzw. zu hageln, später schneit es sogar. Nach meinem üppigen Essen, es war das erste Mal, daß ich mittags gegessen habe, geht es nun bei heftigen Schneefall weiter nach Bhratang (2900m). Ein Ort mit 5 Gebäuden, davon zwei Lodges. Ich nehme das “Maya Hotel” (20 RS), die Unterkunft ist gut aber das Essen ist schlecht und schmeckt nicht besonders. Mittlerweile tun mir die Füße weh, außerdem habe ich schon seid dem ersten Tag Blasen an den Füßen. Man sollte sich konditionell etwas auf den Trek vorbereiten und die Etappen nicht so lang werden lassen.
2 Infos zur Tour
Wetterlage: zunächst Sonnenschein, später heftiger Regen und sogar Schneefall
Höhendifferenz: Dharapani – Bhratang ca. 1000 m
Gehzeiten: ca. 8 Stunden mit Pausen; ca. 24 km
Einkehrmöglichkeiten: Vielzahl von Lodge´s und Restaurants am Weg
Unterkunft: Bhratang “Maya Hotel (20 RS); Bewertung: **
6. Tag
1 Tourenverlauf
Wieder gehe bei Sonnenschein los. Die Schneedecke ist zunächst 2 cm dick und steigt bei zunehmender Höhe bis auf 20 cm. Der Weg ist nicht markiert aber dennoch zu erkennen. Die Äste der Bäume biegen sich unter der Last des Schnees, Vögel zwitschern und ich mache die erste Spur in die jungfräuliche Schneedecke. Eine tolle Stimmung und eine phantastische Landschaft, auf der rechten Seite ist eine Auffaltung (entsteht bei der Bildung eines Gebirges, der Boden hebt sich wie ein Deckel auf), eine glatte zum Teil vereiste Wand. Dann weitet sich das Tal wieder und es kommt Pisang (3185m) in Sicht. Hier werde ich von einigen Amerikaner, die mit Guide und Porter unterwegs sind, zum Tee eingeladen. Sie kommen vom Paß und erzählen, daß dieser wegen der schlechten Verhältnisse (Wetter und Schnee) nicht überquert werden kann. Darum würden sie wieder zurück nach Besis Sahar gehen. Bevor wir uns trennen empfiehlt er mir noch das Yak Hotel in Manang, welches das Beste im Ort sein soll (Gastraum wird beheizt und eine warme Dusche). Die Schneedecke ist wieder bei 2 – 5 cm angekommen, also einfach zu gehen. Der Weg führt über einen kleinen Paß in ein langgezogenes ca. 10 km langes Tal welches sich am Ende wieder verengt. Mitten drin liegt Hongde, ein kleiner Ort mit Flughafen. Weiter geht’s über Braga (3450m) nach Manang (3351m) dem heutigen Etappenziel. Hier werde ich 2 Tage bleiben, um mich an die Höhe anzupassen und zur Erholung meiner Füsse, denn durch das zügige Tempo habe ich bis nur 5 Tage benötigt Hier in Mannag ist eine Menge los, viele Trekker warten auf besseres Wetter oder wollen wieder absteigen. Der Ort selber ist recht groß, es gibt eine Menge Lodges und es gibt ein Satelitentelefon (Mal schauen, ob ich Vera morgen anrufen kann, hab Sehnsucht)! Ich quartiere mich im Yak Hotel ein, nehme gleich eine warme Dusche und treffe im Gastraum viele andere Trekker. Hier ist eine angespannte Stimmung, eben sind ca. 20 Trekker von Thorung Pedi (4500m) zurück gekommen. Ein Überqueren des Passes ist nach ihrer Aussage unmöglich. Selbst die Guides hätten über den richtigen Weg gestritten, der wegen des heftigen Schneefalls nicht zu erkennen ist. Außerdem erschwert dichter Nebel die Orientierung. Ich lasse mich nicht entmutigen und hoffe, wenn ich in Thorung Pedi bin, daß dann das Wetter besser ist. Gegen 20.00 Uhr bin ich wieder ins Bett gegangen.
2 Infos zur Tour
Wetterlage: anfangs Sonnenschein, später bedeckt
Höhendifferenz: Bhratang - Manang ca. 600 m
Gehzeiten: ca. 7,45 Stunden mit Pausen; ca. 26 km
Einkehrmöglichkeiten: Vielzahl von Lodge´s und Restaurants am Weg
Unterkunft: Manang “Yak Hotel (30 RS); Bewertung: ****
7. Tag
1 Tourenverlauf
Ruhetag in Manang. Der Ort gibt leider nicht soviel her. Dafür ist das Wetter deutlich besser geworden. Die Sonne läßt den Schnee schmelzen und die Berge schälen sich langsam aus den Wolken heraus. Das erste Mal sehe ich “bewußt” einen fast 8000er!! Fast klare Sicht auf Annapurna II (7937m), IV (7525m), III (7555m) und auf den Gangapurna Eisfall (7454m). Ein einmaliges Erlebnis, ich stehe auf gut 3500m und es geht nochmals gut 4000 m hoch!! Um einen besseren Blick zu haben, gehe ich zu einer kleinen Gompa (ca. 3800m über Manang) hoch. Hier soll es einen Lama geben der den Trekkern den “Segen” gibt und “good luck” zur Überquerung des Passes wünscht. Vor mir gehen zwei Frauen, die ich heute morgen in der Lodge kennengelernt habe. Auch sie wollen zur Gompa und dem “Lama Techi”. Dieser Spaziergang ist eine gute Sache zur Höhenanpassung, weil man ca. 400m hoch und wieder runter gehen muß. Oben angekommen sitzen die beiden Mädels schon da und genießen die Aussicht auf die Annapurnagruppe gegenüber. Sie sind so nett und machen das erste Foto von mir, kann mich ja nicht selbst fotografieren. Wir kommen ins Gespräch und gehen dann gemeinsam zum Lama hinein. Der lebt in einer Art Höhle mit seiner Frau zusammen. Wir werden aufgefordert auf einer kleinen Bank Platz zu nehmen. Dann muß jeder einzeln vortreten und sich hinknien, er murmelt einige Worte, nimmt dann eine Flüssigkeit die wie Wasser aussieht aber dickflüssig wie Öl ist und gießt davon etwas über den Kopf, der Rest muß getrunken werden.

Das nimmt einen schon mit.......
Anschließend bindet er zum äußeren Zeichen der “Segnung” einem ein dünnes rotes Band um den Hals. Dies ist die “offizielle” Zeremonie, danach gibt es heiße Kartoffeln mit Tee und wir unterhalten uns mit ihm und seiner Frau. Er macht den Job seit 29 Jahren, ist 84 Jahre und seine Frau 83 Jahre alt. Ins Dorf runter schaffen sie nicht mehr, dafür gibt es eine junge Frau die ihnen hilft. Zum Schluß lassen wir uns noch mit den beiden fotografieren. War echt ein tolles Erlebnis, auch wenn wir dafür 100 RS “gespendet” haben. Wieder draußen treffen wir drei deutsche Jungs (zwei aus dem Osten und einer von Norderney). Sie erzählen uns, daß sie schon in Thorung Pedi waren und wegen der schlechten Wetterverhältnisse wieder zurück nach Manang gegangen sind. Nun wollen sie den Paß ein zweites Mal angehen. Vor der Gompa genießen wir noch die Sonne und dabei verbrenne ich mir die Nase und die Ohren. Ich bin halt der Sonne etwas näher (Lehrgeld). Die Mädels heißen Heike und Kathrin, kommen aus Freiburg und wollen auch die Runde machen. Gemeinsam gehen wir wieder runter ins Dorf und ich mache mich auf den Weg zum Telefon. Die Verbindung klappt gut, ich unterhalte mich mit dem Anrufbeantworter zu Hause und das ganze für 18 $ die Minute. Na jedenfalls weiß Vera, wo ich bin und das es mir gut geht. Ich habe noch die Rufnummer hinterlassen und eine Stunde auf einen Rückruf gewartet (Nachtrag: Sie war gar nicht zu Hause, sondern mußte arbeiten).
2 Infos zur Tour
Wetterlage: Sonnenschein , ca. 20 Grad
Höhendifferenz: Manang - Gompa ca. 400 m
Gehzeiten: ca. 1,5 Stunden mit Pausen;
Einkehrmöglichkeiten: oberhalb von Manang auf dem Weg zur Gompa, kann man gar nicht “überhören”. Sehr laute Popmusik.
Unterkunft: Manang “Yak Hotel (30 RS)”; Bewertung: ****
8. Tag
1 Tourenverlauf
Gestern Abend saßen die Mädels und ich in der Lodge zusammen. Dazu gesellte sich ein Holländer, der sich uns anschließen wollte, wenn wir nach Thorung Pedi (4500m) gehen sollten. Aber so eine Schwätzer wie der ist mir selten in den Bergen begegnet. Er war schon in Thorung Pedi gewesen und ist dann mit den anderen wieder abgestiegen. In Chame ist ihm dann aufgefallen, daß das Wetter nun doch wieder besser wird und er nun erneut einen Versuch starten kann. Jedenfalls klingt zwischen seinen Worten, daß er unsicher ist und nicht weiß was er machen soll. Am Morgen schließt er sich einer Gruppe aus Schottland an. Gut so! Es herrscht absolutes Bilderbuchwetter. Die Berge sind frei, es ist warm und die Tagesetappe wird sehr kurz sein. Wir, daß sind Heike, Kathrin und ich starten gegen 10.00 Uhr. Nach ca. 1,5 Stunden kommen wir nach Gusang (ca. 3900m). Nun sind fast alle die in Manang gestartet sind wieder zusammen (15 Trekker). Nach und nach gehen die Einzelgruppen weiter. Die Etappe ist eine Wohltat für meine Füße, die können sich jetzt richtig erholen. Um 14.30 Uhr treffen wir in Yak Kahrka (4000m) ein. Mittlerweile hat es sich leider wieder zugezogen und der Wind ist eisig kalt, die Landschaft karg und öde. Ich habe leichte Kopfschmerzen, mehr so ein Druck im Hinterkopf. Später gehe ich mit Kathrin (ohne Gepäck) noch bis Churi Lattar (4200m) und zurück. Hier begegnet mir auch mein erstes Yak, diese Tiere leben ab einer Höhe von 3500m. In der Lodge gibt es Tee und Yakkäse, wofür ich lange handeln mußte. Auch treffen wir hier zum ersten Mal Thomas und Katharina. Die Beiden gehören zu der Schottengruppe. Der Spaziergang hat mir gut getan, die Kopfscherzen sind weg. Außerdem kommt die Sonne wieder durch, das hebt die Laune. Auch die Nacht, ist die Beste die ich seit Reisebeginn hatte, fast durch-geschlafen!! Mittlerweile sind auch der Australier und die beiden Deutschen mit ihren Guides hier angekommen. Der Holländer hat ein paar neue “Opfer” gefunden.
2 Infos zur Tour
Wetterlage: Sonnenschein , später stark bewölkt, zum Abend wieder klar
Höhendifferenz: Manang – Yak Kahrka ca. 500 m und Yak Kahrka - Churi Lattar ca. 200 m
Gehzeiten: ca. 4 Stunden mit Pausen; ca. 9 km
Einkehrmöglichkeiten: Gusang, tolle Aussicht auf die Berge, hier gibt’s Yakkäse zu kaufen
Unterkunft: Yak Kahrka “Lodge Ganga Purna (50 RS)” Bewertung: ***
9. Tag
1 Tourenverlauf
Wieder ein Bilderbuchwetter bei frostigen Temperaturen. Heute morgen hatte ich mal die Temperatur gemessen, immerhin Minus 4 Grad in meinem Zimmer. Die meisten sind schon losgegangen, warum die so früh losgehen, weiß ich auch nicht, denn die Strecke bis Thorung Pedi ist nur ca. 8 – 9 km lang. Das heißt, man ist schon gegen 13.00 Uhr am Ziel und hat nur die direkte Umgebung der Lodge, wo man sich aufhalten kann. Die Strecken sind deshalb so kurz, weil man nicht mehr als 500 Höhenmeter pro Tag machen sollte, sonst besteht die Gefahr der Höhenkrankheit. Jedenfalls sind wir wieder später losgezogen, das Lauftempo der Mädels ist gut und ich habe unterwegs nette Unterhaltung. Gegen 15.00 Uhr sind wir in Thorung Pedi. Die meisten sitzen draußen und sonnen sich. Die Etappe war sehr anstrengend, wir mußten gegen einen heftigen Wind ankämpfen, wodurch auch die Spur fast wieder zugeweht wurde. Es ist lausig kalt draußen und wenn man nicht aufpaßt, holt man sich in dieser Höhe flugs einen Sonnenbrand. . Nun liegen noch 1000 Höhenmeter vor mir! Ich bin noch nie so hoch gewesen und auch bei den anderen ist die Spannung zu spüren. Ich glaube, daß wir am nächsten Morgen eine schöne Karawane sein werden, die zum Paß hochgeht. Es sind ca. 25 Trekker hier oben. Vorgestern ist ein Nepali, der im Highcamp arbeitet durch eine Lawine ums Leben gekommen. Er wollte in der Thorung Pedi Wasser fürs Highcamp holen. Die Gefahr von Lawinen steigt mit dem Stand der Sonne, ab Mittag bis gegen 16.00 Uhr ist die Gefahr von Lawinenabgängen am größten. Daher müssen wir auch früh losgehen, denn schon bei guten Verhältnissen braucht man bis zum Paß ca. 4 Stunden. Ich fühle mich sehr gut, keine Anzeichen von Kopfschmerzen oder Übelkeit
Plötzlich große Aufregung, ein Guide ist zurückgekommen und meinte er hätte 9 Stunden bis zum Paß gebraucht und der Schnee wäre ihm bis zur Hüfte gegangen. Daraufhin weigern sich die Reisegruppenguides weiter zu gehen, sie würden sowieso nicht den Weg kennen und außerdem würde durch den Wind die Spur immer wieder verweht So erzählte es uns der “Reiki-Typ”, einer aus der Schottengruppe, der das Gespräch des zurückgekehrten Guides mitbekommen hatte. Er selbst sei schon einige Male bis hierhin gekommen und rät uns infolge der Bedingungen von einer Paßüberquerung ab. Daraufhin macht unser Tisch eine Krisensitzung. Unser Tisch, das sind Jörg, Marie, Jochen, Ulrich mit Frau, Kathrin, Heike und Ich. Denn einige von uns sind schon zum zweiten Mal hier oben, nachdem sie das Wetter zur Rückkehr gezwungen hatte. Außerdem ist gestern eine 10 köpfige Gruppe über den Paß gegangen. Das Wetter ist ideal. Eigentlich stimmt alles. Nur eine Spur gibt es nicht, daher brauchen wir einen Guide! Ulrich fragt den Lodgemanager, ob er eine Gruppe über den Paß führen würde, er sagt zu und verlangt dafür 160 $. Wir machen eine Umfrage und 16 Trekker sind bereit mitzugehen, daß heißt, jeder muß 10 $ beisteuern. Mit diesem Ergebnis wird der Deal mit dem Manager fest gemacht. Er nimmt noch einen zweiten Mann mit, wenn ggf. jemand höhenkrank wird muß die Person wieder nach unten gebracht werden und die anderen könnten mit dem zweiten Guide den Weg fortsetzten. Eine gute Lösung! Abmarsch ist um 5.30 Uhr, also ab in die Kiste!
Die Nacht ist wieder ziemlich frisch und ich bin froh einen guten, warmen Schlafsack zu haben. Manch ein Trekker klagt morgens darüber, das er die ganze Nacht gefroren hat. Wer den Trek um diese Jahreszeit geht, sollte auf jeden Fall einen Schlafsack mitnehmen, der bis Minus 10 Grad tauglich ist.
2 Infos zur Tour
Wetterlage: Sonnenschein , teilweise heftiger Wind
Höhendifferenz: Yak Kahrka – Thorung Pedi ca. 500 m
Gehzeiten: ca. 4,5 Stunden mit Pausen; ca. 9 km
Einkehrmöglichkeiten: Churi Lattar (4200m), Teehaus ca. 1 Stunde vor Thorung Pedi
Unterkunft: Thorung Pedi “Lodge (100 RS)” Bewertung: *** (hier wird so eine Art Brötchen gebacken, total lecker!!)
10. Tag
1 Tourenverlauf
Wieder schlecht geschlafen. An der Höhe liegt es m.E. nicht, ich habe keinerlei Symptome der Höhenkrankheit. Nochmals kurze Aufregung, 16 Trekker, zwei Guides und einer der Reisegruppnguides kommen mit über den Paß mit, der Rest, ich glaube 6 Trekker und der zweite Reisegruppenguide gehen wieder zurück nach Manang. Mit Jörg zusammen sammel ich das Geld ein, die Hälfte erhalten die Guides gleich, den Rest wenn wir in Muktinath angekommen sind.
Um 5.30 Uhr setzen sich 19 Leute in Bewegung, teilweise noch mit Taschenlampen, denn es ist recht dunkel. Immer wieder im Zickzackkurs steigen wir aufwärts. Keiner spricht ein Wort, alle sind aufgeregt, wie sieht es oben aus, sind wir vor der akuten Lawinengefahr am Paß und werde ich auch nicht Höhenkrank? Kurz vor dem Highcamp kommen wir an der Stelle vorbei, wo der Nepali in der Lawine umgekommen ist. Er liegt noch da, wo ihn die Lawine hingetragen hat. Zügig gehen wir weiter, immer wieder nach links schauend wo die Lawine, die den Nepali unter sich begrub, herunterkam. Nach einer Stunde, mittlerweile geht auch die Sonne auf, erreichen wir das Highcamp. Die ersten 400 HM sind geschafft. Die Spannung läßt etwas nach, einige trinken noch einen heißen Tee, denn es ist recht kalt hier oben. Nach einer ¼ Stunde setzen wir unseren Weg fort. Der Weg ist nicht mehr so steil wie anfangs, dafür zieht er sich. Immer wieder wechseln sich die „Spur“-Leute ab, weil es anstrengend ist und wir teilweise bis zur Hüfte im Schnee einsinken.

Was für eine "Spur" - arbeit......
Ich gehe mittlerweile am Ende der Zugs, weil ich mit meinem schweren Rucksack, habe noch gut 2 kg von Kathrin übernommen, immer wieder im Schnee einsinke. Bin ganz schön fertig! Hin und wieder machen wir eine kurze Pause, aber der Guide drängt etwas zur Eile, denn wir sind immer noch im Lawinengebiet. Von der Umgebung bekomme ich daher leider nur zu wenig mit (ging den andern übrigens auch so). Und nach ziemlich genau 6 Stunden steht unsere Gruppe geschlossen am Paß! Der Jubel ist groß, niemand war bisher in dieser Höhe gewesen, 5416m Thorung La, keiner ist höhenkrank geworden und die Gruppe ist zusammen geblieben. Ein tolles Gefühl! Natürlich werden die obligatorischen Paßfotos gemacht.

Ein unbeschreibliches Glücksgefühl.....5416 Meter
Hier oben ist ein kleiner Unterstand, wo man sich vor dem heftigen Wind schützen kann. Gebetsfahnen flattern im Wind. Hier oben hat man das Gefühl im Eisschrank zu sein, es ist saukalt und der starke Wind läßt es einem noch kälter vorkommen. Nach einer ½ Stunde geht’s abwärts nach Muktinath, schließlich haben wir noch 1600m Abstieg vor uns. Vom Paß aus kann man schon den wüstenähnlichen Charakter der Landschaft auf dieser Seite des Passes erkennen. So soll die gesamte tibetische Hochebene aussehen. Ganz links am Horizont erkennt man eine mächtige Pyramide, das ist der Dhaulagiri (8167m). Immer wieder machen wir Kurzpausen, denn der Abstieg zieht sich ganz schön in die Länge. Wir vereinbaren als gemeinsamen Treffpunkt in Muktinath die Lodge „Bob Marley“. Dort wollen wir uns mit den Guides zusammensetzen und feiern! In Muktinath steigen auch die meisten von uns im „Bob Marley“ ab. Erst mal aus den Schuhen raus, dann unter die „warme“ Dusche, anschließend an die lange Tafel (Tisch) und ein Bier trinken. Es wird noch etwas gegessen und man spricht über den „erlebten“ Tag, doch „alt“ wird hier heute keiner mehr, dafür war der Tag zu lang und anstrengend. Für mich ist es eine Nacht in der ich wieder gut schlafen kann.
2 Infos zur Tour
Wetterlage: Sonnenschein , teilweise heftiger Wind
Höhendifferenz: aufwärts Thorung Pedi - Thorung La ca. 1000 m , abwärts Thorung La - Muktinath 1600m
Gehzeiten: ca. 6 Stunden mit Pausen aufwärts; 6 Stunden mit Pausen abwärts, ca. 9 km
Einkehrmöglichkeiten: Highcamp (4950m), auf dem Abstieg keine Möglichkeit
Unterkunft: Muktinath “ Lodge Bob Marley (20 RS)” Bewertung *** (Essen gut, Zimmer mäßig)
11. Tag
1 Tourenverlauf
Ich bleibe noch einen Tag in Muktinath. Wäsche waschen, die ersten Souveniers kaufen, Tempelbezirk anschauen und relaxen. Die meisten wollen heute zunächst den Tempelbezirk besichtigen und dann weiter nach Kagbeni (2807m). Bis dahin sind es ca. 3 Stunden Gehzeit. Der Tempelbzirk liegt 72 m über dem Ort und ist in 20 Minuten zu erreichen. In einer kleinen buddhistischen Gompa lodert eine „ewige“ Flamme, die von Buddhisten und Hindus gleichermaßen verehrt wird. Wir können sie uns nur durchs Fenster anschauen, denn niemand war da, um uns die Tür aufzuschließen. Interessanter sind die über 120 kleinen Tier- und Fischköpfe, aus deren Maul Wasserfontänen sich ergießen und die Gompa im Zentrum des Bezirks. Bis hierhin pilgern die Sadus die sogenannte heilige Männer, ohne nennenswerte Ausrüstung. Nur mit ihrem Trishul (Dreizack), der ihnen als Wanderstock dient und einem Beutel audsgerüstet. Diese Sadus kommen zum Teil sogar aus Indien bis nach Muktinath gepilgert, weil sie hier ihre „Erlösung“ suchen. Leider neigen die meisten Sadus, die ich „kennengelernt“ habe dazu, Touristen Haschisch oder Mariuanna zu verkaufen, um auf diese Weise ihren Lebensunterhalt zu „verdienen“. Lehnt man ab, werden sie recht unfreundlich, aber das ist nicht mein Problem. Wir wechseln heute die Lodge, weil es den Mädels im „Bob Marley“ nicht gefällt. Nun die andere Lodge ist netter, dafür ist das Essen hier nur durchschnittlich und recht wenig. Morgen wollen wir weiter über Kagbeni nach Jomosom (2713m). In Kagbeni soll es ein Telefon geben.
2 Infos zur Tour
Wetterlage: Sonnenschein
Höhendifferenz: ca. 70m zum Tempelbezirk
Gehzeiten:
Einkehrmöglichkeiten: im Ort
Unterkunft: Muktinath “ Lodge North Pole (25 RS)” Bewertung *** (Essen bescheiden, Zimmer gut)
12. Tag
1 Tourenverlauf
Gegen 9.00 Uhr geht’s los. Dürre und Kargheit prägen die Landschaft hier. Der Grundton ist braun, durch die aufsteigende Sonne verändert sich der Farbton. Echt eindrucksvoll. Kurz nach 11 Uhr sind wir in Kagbeni, das letzte Stück bin ich gelaufen, um Vera telefonisch vor Arbeitsbeginn zu erreichen. Das Hotel mit dem Telefon ist am anderen Ende des Dorfes, auf dem Weg nach Mustang. Hurra, wir konnten miteinander reden. Vera weiß nun, daß ich gut über den Paß gekommen bin. Auch Kathrin erreicht ihren Freund, nur Heike hat kein Glück. Im „Red House“ gibt’s erst mal warmen Applecrumble und einen Milchkaffee. In der Zwischenzeit hat der Wind stark zugenommen. Denn ab 10.00 Uhr bläst der Wind aus Süden mit einer Intensität die im Laufe des Tage noch zunimmt. Dies ist eine Folge der Aufheizung der tibetischen Hochebene, die gewissermaßen die Luft aus dem Tal (Kali Gandaki) absaugt. Nach einer Stunde gehen wir weiter und der Wind wird immer heftiger. Durch den Staub, den steinigen Weg und der Hitze ist das keine angenehme Etappe. Und das soll so weitergehen bis Kalopani (2530m), also auch noch den nächsten Tag.
Das Kali Gandaki Tal ist das tiefste Durchbruchtal der Erde. Es schneidet sich ca. 6000m tief zwischen dem Dhaulagiri und dem Annapurna I ein. Beide Achttausender stehen etwa 30 km auseinander. Das Flußtal selbst ist an manchen Stellen fast 1 km breit. Um 16.00 Uhr treffen wir in Jomosom ein. Was für eine häßliche Stadt, aber viel los hier. Jomosom verfügt über einen Flughafen der von drei Gesellschaften angeflogen wird (klein Twin Otter Maschinen). Viele Trekker lassen sich von Pokhara aus hier hin fliegen (z.Zt. 61 $) und trekken dann zurück. Beim Checkposten haben wir festgestellt, daß die Berliner Jungs nur noch drei Stunden vor uns sind. Vielleicht treffen wir sie morgen wieder. Sind echt nett die drei. Im Hotel bin ich erst mal unter die Dusche, die Mädels wollten noch mal in die Stadt. Die Mädels müssen morgen früh ihr Trekking Permit verlängern lassen . Das Office macht erst um 10.00 Uhr auf und sie wollen überflüssiges Gepäck bei der Post aufgeben. Ich überlege, ob ich allein weitergehe. Na mal sehen....
2 Infos zur Tour
Wetterlage: Sonnenschein
Höhendifferenz: abwärts 1100m
Gehzeiten: Muktinath - Jomosom 7 Stunden mit Pausen, ca. 21 km
Einkehrmöglichkeiten: Kagbeni „Red House“ sehr empfehlenswert (Applecrumble),
Unterkunft: Jomosom “ Hotel Trekker´s Inn (100 RS)” Bewertung ** (Zimmer gut, warme Dusche)
13. Tag
1 Tourenverlauf
Ich bin wieder allein unterwegs. Kathrin ging es nicht gut, sie hat Grippe und leichtes Fieber. Sie wollen ggf. langsam nachkommen. Treffpunkt entweder in Kalopani (2530m) oder die Butterfly Lodge in Pokhara. Wieder geht’s durch das Kali Gandaki Tal, der nächste Ort ist Marpha (2667), bekannt durch seinen Marpha kev eine Apfelsorte die nach Waldhonig schmecken soll. Der Ort ist einer der schönsten auf dem ganzen Trek, sehenswert und für eine Pause absolut geeignet. Um den Ort herum sind kleine Apfelplantagen angelegt. Nach der Kargheit der letzten Tage eine echte Wohltat für die Augen. Überhaupt nimmt langsam die Vegetation wieder zu. Hinter Marpha sind sogar die Berghänge wieder grün. Nächster Ort ist Tukuche (2591m), auch ganz nett. Der Wind ist auch wieder da und ich muß nun quer durch das Flußbett zur anderen Seite. Mittlerweile begegnen mir viele Trekker mit Guide und Porter von Pokhara kommen. Auch ein besonders ätzenden Sadus genannt „Baba“ muß ich ertragen. Nachdem der endlich gemerkt hat, daß ich ihm nichts geben will und auch nicht mit ihm rauchen will, verflucht er mich, schimpft und verschwindet dann endlich. Die Berliner Jungs haben ihn auch erleben müssen. Kurz vor Kalopani habe ich die Jungs, Jochen, Marie und Jörg eingeholt. Gemeinsam laufen wir weiter bis Kalopani, nehmen dort ein Schlafsaal für uns und machen ein besonderes leckeres Abendessen, Brot, Thunfisch aus der Dose, Zwiebeln und Knoblauch. Dazu gibt’s San Miguel (Bier). Und warum, weil Kalopani aus uns unverständlichen Gründen sauteuer ist. Jedenfalls war das Essen super. Marie klagt abends über starke Kopfschmerzen. Wie sich später herausstellt kamen die wohl von der Sonne und dem heftigen Wind. Er hatte keinen Kopfschutz auf und mußte ständig die Augen zusammenkneifen.
Die Mädels tauchen nicht mehr auf, ich denke, daß die Etappe für Kathrin auch zu lang war.
2 Infos zur Tour
Wetterlage: Sonnenschein
Höhendifferenz: abwärts 200m
Gehzeiten: Jomosom - Kalopani 7 Stunden mit Pausen, ca. 29 km
Einkehrmöglichkeiten: Marpha, Tukuche,
Unterkunft: Kalopani “ See You Lodge (35 RS)” Bewertung **
14. Tag
1 Tourenverlauf
Heute morgen geht’s Marie nicht gut, obwohl ich ihm gestern eine Schmerztablette gegeben hatte, sind seine Beschwerden nicht besser geworden. Langsam laufen wir Richtung Ghasa. Der Weg dorthin ist mit Sicherheit eines der schönsten Teilstücke des Treks, daß Gandakital ist hier sehr eng, die Hänge sind grün, exotische Bäume wachsen hier und wilde Affen turnen durchs Geäst. Die sind sehr kamerascheu, war kein Bild zu machen. In Ghasa machen wir über eine Stunde Pause. Marie schläft. Jochen will heute noch weiter bis Tatopani (1200m). Für Marie ist diese Etappe jedoch zu lang. Wir, Jochen und ich, nehmen einen Teil von Maries Ausrüstung mit und vereinbaren mit Jörg, uns in Tatopani, wo wir einen Ruhetag einlegen wollen (in den Hot Springs baden), wieder zutreffen. Zügig laufen wir weiter, der Weg geht auf und ab und es ist sehr heiß. In Dana (1420m) machen wir kurz eine Rast , es gibt Cola und Tomatosoup. Eine ½ Stunde später sind wir wieder unterwegs und gegen 16.00 Uhr erreichen wir Tatopani, (1200m), Tato=heiß, Pani= Wasser. Jochen steuert direkt das Dhaulagiri Guesthouse an, diese Lodge kennt er von einem früheren Nepalbesuch. Und wirklich, diese Lodge ist Spitze, erstens gibt’s hier Backwaren, zweitens ist der Garten ein Traum (absolut meditterraner Stil) und drittens sind die Hot Springs gleich unterhalb der Lodge am Fluß. Wir sitzen unter Organen- und Lemonenbäume und erholen uns von der anstrengenden Etappe. Später nachdem wir unsere Sachen im Zimmer verstaut haben, geht’s für 1 ½ Stunden in die heiße Quelle.

Na hier kann man(n) es aushalten, die Hot Springs von Tatopani
Was für eine Erholung, wir bedauern alle Trekker, und die Jungs, die zur Zeit mit Gepäck irgendwo in der Hitze unterwegs sind. Abends sitzen natürlich im Garten und essen noch gut und dann geht’s in die Kiste.
2 Infos zur Tour
Wetterlage: Sonnenschein , zum Teil sehr heiß
Höhendifferenz: abwärts 1100m
Gehzeiten: Kalopani - Tatopani 7,5 Stunden mit Pausen, ca. 28 km
Einkehrmöglichkeiten: Vielzahl von Lodge´s und Restaurants am Weg
Unterkunft: Tatopani “ Dhaulagiri Guest Lodge (50 RS)” Bewertung **** Super Lodge, direkt bei den Hot
Springs, einen Garten mit Orangen- und Lemonenbäumen (fast wie am Gardasee)
15. Tag
1 Tourenverlauf
Wir bleiben einen weiteren Tag in Tatopani und warten auf die anderen. Ich hatte mir gerade eine lange und eine kurze Hose gekauft (je 250 RS) , weil ich nicht mit diesem guten Wetter gerechnet hatte als gegen 11.00 Uhr , wir standen gerade mitten auf der „Straße“ die Jungs wohlgelaunt in Tatopani eintreffen. Marie geht es besser. Sie sind gestern noch bis Dana gekommen. Ursache für die starken Kopfschmerzen von Marie waren vermutlich doch die Sonne und die heftigen Winde im Kali Gandaki. Die Mädels haben sie trotz ihres langsamen Tempos nicht mehr getroffen. Den Rest des Tages verbringen wir an bzw. in den heißen Quellen. Wir überlegen, wie nun unsere Tour weitergehen soll. Jörg und Marie wollen nicht mehr ins Annapurna Base Camp (ABC-Camp). Sie planen in kurzen Tagesetappen über Poon Hill (3194m) und Chandrung (2000m) nach Pokhara (1000m) zu gehen. Jochen und ich wollen gemeinsam zum ABC-Camp gehen und uns anschließend mit den Jungs wieder in Pokhara treffen. Da wir uns wieder trennen, ist das ein guter Grund ein schönes Abschiedsabendessen zu machen (mit San Miguel). Auch Thomas und Katherina kommen hinzu. Und wie wir so im Garten sitzen, es ist schon dunkel, ist plötzlich überall Unruhe, alle starren zum Berg hinauf. Die Bauern haben das Unterholz angezündet, damit neues Gras wachsen kann. Dabei haben sie einen regelrechten Flächenbrand verursacht. Es sieht aus, als würde der ganze Berg brennen. Auch den Dorfbewohnern scheint das nicht zu gefallen, denn einige ziehen mit Decken dem Feuer entgegen, daß dem Dorf immer näher kommt.
2 Infos zur Tour
Wetterlage: Sonnenschein , sehr heiß
Höhendifferenz:
Gehzeiten:
Einkehrmöglichkeiten:
Unterkunft: Tatopani “ Dhaulagiri Guest Lodge (50 RS)” Bewertung **** Super Lodge, direkt bei den Hot Springs, einen Garten mit Orangen- und Lemonenbäumen (fast wie am Gardasee)
16. Tag
1 Tourenverlauf
Am Morgen gibt’s ein kurze heftige Abschiedsszene von Marie und Jörg. Sie wollen erst später langsam weiter. Zunächst müssen wir den Erdrutsch der hinter Tatopani den Gandaki aufgestaut hat bzw. den Weg unpassierbar gemacht hat, umgehen. Daß heißt, 400 m aufwärts und gleich wieder zur Kreuzung Beni-Gorepani hinunter. Katherina und Thomas sind schon sehr früh aufgebrochen, wir werden sie erst in Gorepani (2850m) wiedertreffen. Hinter der Kreuzung geht’s erst über eine Hängebrücke und dann hoch nach Sikha (1920m) Mittlerweile ist es so heiß geworden, daß wir hier eine längere Pause machen müssen. Der Ort zieht sich über 1,5 km in die Länge. Ich habe das Gefühl, wir kommen nicht voran. Hinter Chitre (2300m) kommen die Rhododendronbäume. Sie blühen von tiefrot über zartrot bis hin zu weiß, und sie bedecken ganze Berghänge, so etwas habe ich noch nie gesehen. Ich laufe durch einen riesigen Duftgarten! Vera wäre bestimmt aus dem Häuschen! In Gorepani folgen wir der Empfehlung „Super View Lodge“ Hier soll es einen guten Blick auf Annapurna I, Annapurna South und Machhapuchare geben und außerdem eine warme Dusche. Die Lodge ist gleich unter dem Poon Hill (3194m), dieser Berg wird immer wieder als super Ausichtspunkt zur Annapurna genannt. Der Sonnenuntergang ist auch recht reizvoll. Jedoch für den Sonnenaufgang lohnt sich der Aufstieg (400m) nicht unbedingt, weil die Sonne seitlich auf die Berge scheint und nicht frontal. Zum Abendessen treffen wir Katherina und Thomas wieder, die gut eine Stunde vor uns hier eingetroffen waren. Wir wollen am nächsten Morgen gemeinsam zum Poon Hill aufsteigen.
2 Infos zur Tour
Wetterlage: Sonnenschein , sehr heiß
Höhendifferenz: aufwärts ca. 2100 m, abwärts ca. 400m
Gehzeiten: Tatopani - Gorepani ca. 7 Stunden mit Pausen, ca. 16 km
Einkehrmöglichkeiten: Vielzahl von Lodge´s und Restaurants am Weg
Unterkunft: Gorepani “ Super View Lodge (100 RS)” Bewertung *** Super Ausicht auf Annapurna South (7219m) und Machhapuchare (5993m)
17. Tag
1 Tourenverlauf
Um 5.30 Uhr steigen wir zum Poon Hill auf. Mit uns übrigens die meisten Trekker, die im Ort übernachtet haben. Jedenfalls schätze ich die Zahl auf ca. 80 Personen die nach einer Stunde oben stehen und den Sonnenaufgang miterleben bzw. fotografieren wollen. Wie schon oben beschrieben ist der Sonnenaufgang nicht so toll, außerdem hingen eine Menge Wolken in der Annapurnagruppe herum. Um 7.30 Uhr sind wir wieder in der Lodge und frühstücken gemeinsam. Gegen 8.30 Uhr starten wir, der weg führt durch den Ort auf der anderen Seite wieder hoch und nach einer ¾ Stunde sehen wir auf einen Nachbarberg vom Poon Hill der genauso hoch ist (3200m) und die gleiche Perspektive bietet wie der Poon Hill. Daher ist es jedem zu empfehlen, der über Tadapani (2650m) nach Chandrung geht, sich die Höhenmeter zum Poon Hill zu ersparen ,um gleich diesen Berg anzugehen.
Der Weg nach Chandrung ist einfach phantastisch, man geht durch Rhododendronwälder und tiefe enge Schluchten. Hier soll es auch wilde Affen geben, ich hab zwar keine gesehen, aber dafür hat es oft genug neben und über mir geraschelt. In Tadapani entscheiden Jochen und ich, daß wir nicht mehr zum ABC-Camp gehen, weil dann wieder 2000 HM zu machen sind. Auch kann man den weiteren Wegverlauf von Tadapani aus sehen, erst runter (700 HM) und dann wieder hoch (500 HM) um zum Tagesziel Chomrong zu kommen. Das ist uns zuviel.
2 Infos zur Tour
Wetterlage: Sonnenschein , sehr heiß
Höhendifferenz: aufwärts ca. 800 m, abwärts ca. 900 m
Gehzeiten: Gorepani - Chandrung ca. 7,5 Stunden mit Pausen, ca. 20 km
Einkehrmöglichkeiten: Vielzahl von Lodge´s und Restaurants am Weg
Unterkunft: Chandrung “ Excellent View Lodge (100 RS)” Bewertung *** Super Aussicht auf Annapurna South (7219m) und Machhapuchare (5993m) und Richtung ABC-Camp (Taleinschnitt)
18. Tag
1 Tourenverlauf
Heute ist der letzte Trekkingtag , unser Ziel ist Birethanti (ca. 1100m) bzw. Lumle (an der Straße nach Pokhara). Der Weg führt von Chandrung immer der rechten Talflanke abwärts zum Fluß Modi Khola.
Die Blüte eines Bananenbaums
Rechts und links sind Terrassen angelegt. Jedoch sind die Felder nicht mehr bestellt, es ist wohl schon zu heiß hier. In Birethanti ist der letzte Checkpoint, hier erhalten wir unseren letzten Stempel „Exit“ in das Trekkingpermit. Ein komisches Gefühl ist in mir, nach 18 Tagen Trekking und rund 260 km zu Fuß, habe ich das Gefühl wieder in eine andere Welt einzutauchen. Quirliges Leben um mich herum, Die Autos fahren (stinken) wieder und jeder labert einen an um etwas zu verkaufen oder seine Dienste anzubieten. Nach der Ruhe auf dem Trek eine echte Nerverei. Nach einigen Handeln finden wir ein Taxi, was uns nach Pokhara (ca. 40 km) bringt (500 RS für alle zusammen). Die empfohlene Lodge ist voll, doch gleich daneben gibt es noch eine Lodge. Osho`s Hotel, eigentlich ein Meditationszentrum na egal, zur Zeit sind wir die einzigen Gäste im Hotel. Ich habe mit Jochen ein DZ mit „Badewanne“ für 200 RS genommen. Mein erster Weg führt in die Dusche, dann umziehen und ab die Lake Side (Seestraße und Prachtstraße von Pokhara) hinunter.
2 Infos zur Tour
Wetterlage: Sonnenschein , sehr heiß
Höhendifferenz: aufwärts ca. 800 m, abwärts ca. 900 m
Gehzeiten: Chandrung -Lumle ca. 7,5 Stunden mit Pausen, ca. 18 km
Einkehrmöglichkeiten: Vielzahl von Lodge´s und Restaurants am Weg
Unterkunft: Pokhara Osho´s Hotel (100 RS pro Person/DZ), besser und zum gleichen Preis ist die Butterfly Lodge in der Nähe der Lake side mit eigenem Garten
19. Tag
Vera hat nicht zurückgerufen. Ich versuche es heute Mittag noch einmal. Ansonsten schlendern wir durch das Lake Side Viertel von Pokhara Die Stadt ist hübscher als Kathmandu, liegt am Phewa Lake und macht echt was her. Man hat , vorausgesetzt die Sicht ist gut, einen phantastischen Blick auf den Dhaulagiri ,die Annapurna, den Machhapuchare und den Manaslu. Mit Paddelbooten kreuzt man den See, um zu den Dörfern auf der anderen Seite zu kommen. Links auf einem Hügel steht die Word Peace Stupa, ein „Geschenk“ der Japaner. Rechts auf einem Hügel liegt Sarankot (1600m). Hier befindet sich ein alter Tempel und eine Festung. Beide Ziele sind sicherlich schon wegen der Aussicht lohnenswert. Im See, der übrigens ein Stausee ist, liegt auf einer kleinen Insel der Barahi-Bhawani Tempel.
Ich habe ein T-Shirt bei einem Schneider bestellt. Auf dem Shirt soll die gesamte Trekkingtour mit Orten und Höhenangaben eingestickt werden. Mal sehen ob das klappt. Wenn er genauso gut stickt wie er handelt, wird es ein gutes Ergebnis. Jochen hat Probleme das von Manang zurückgeschickte Gepäck zu bekommen. Nach Aussage von Royal Nepal und dem Flughafen ist nichts angekommen, er solle später oder Morgen wiederkommen. Morgen werde ich etwas die Gegend erkunden. Es ist ganz schön heiß hier.
20. Tag
Auch der heutige Tag steht ganz im Zeichen von „promenieren“ im Stadtteil Baidam. Beim Frühstück sitzt neben uns eine Norwegerin, sie wartet auf ihren Freund. Der wollte zum Poon Hill. Nebenbei erzählt sie, daß angeblich am Paß wieder drei Menschen umgekommen seien und das dort sehr viel Schnee liegen würde. Na ja, ich denke es ist schon was dran an der Geschichte, denn die Berge waren in den letzten Tagen immer in Wolken gehüllt. Am Vormittag sind wir, Jochen, Thomas und ich zur World Peace Stupa aufgestiegen. Sie liegt wie schon oben beschrieben links auf einem Hügel ca. 1500 m hoch. Wir gehen am See entlang , dann immer aufwärts steigend hoch auf den Rücken des Hügels. Einen Weg gibt es nicht. Oben auf dem Rücken sehen wir die Stupa vor uns und auch ein Weg findet sich. Gehzeit von unten ca. 1 Stunde. Die Stupa wird zur Zeit renoviert. Japaner finanzieren den Umbau (Bauzeit ca. 8 Jahre). Ein Bauarbeiter bietet mir an auf die Stupa zu gehen. Natürlich nehme ich an, denn wann kommt man schon auf ein „Bambus“-Baugerüst. Wenn man darüber geht schwingt es mit, ein komisches Gefühl. Und der Blick von oben ist super. Unter mir liegt Pokhara, das Hinterland und vor mir die Berge. Links kann man die Straße nach Butwal erkennen. Anschließend besichtigen wir noch einen kleinen Tempelraum indem ein Kassette immer wieder die Mantra „o mani padme um“ vorspielt. Am Nachmittag, wir sind inzwischen wieder zurück, hole ich mein T-Shirt ab (250 RS). Er hat gute Arbeit geleistet. Dann geht’s noch Essen und das war`s für heute.
21.Tag
Jochen hat heute Nacht erbrochen. Bei mir ist nur ein leichtes Druckgefühl in der Bauchgegend. Er will noch liegen bleiben. Ich hole etwas zum Essen für Jochen. Danach laufe ich wieder in die Stadt und genieße das Treiben auf der Straße von einem netten Restaurant aus. Immer wieder sieht man Trekker, die einem unterwegs begegnet sind. Z.B. Eathan den Israeli. Gegen 14.30 Uhr sehe ich plötzlich Marie! Er und Jörg sind erst heute Mittag in Pokhara eingetroffen. Die Wiedersehensfreude ist groß, die Geschichte mit dem Gepäck haben sie auch schon erfahren Morgen um 8.00 Uhr sollen sie nochmals zum Flughafen kommen. Wir verabreden uns für heute Abend in der Butterfly Lodge. Unser Abendessen ist wieder super, Onion, Garlik, bread, Thunfish and Beer. Jochen ist immer noch nicht gut drauf, daher machen wir früh Schluß.
Mittlerweile haben wir auch entschieden, daß wir am Dienstag zurück nach Kathmandu fahren. Jörg und Marie wollen noch in den Chitwan National Park (Terai) Elefanten jagen. Sie müssen erst am 28.03.99 zurück nach Deutschland
22.Tag
Der Tag beginnt mit Durchfall, hat es mich auch erwischt? Gegen 11.00 Uhr ist das schlimmste vorbei. Um 11.00 Uhr treffen wir uns alle (Jörg, Marie, Jochen, Katherina, Thomas und ich uns im Bumerang. Die drei Jungs waren noch mal beim Flughafen, aber das Gepäck ist nicht aufzufinden, ich glaube sie können es abschreiben. Ich denke es wurde gar nicht von Hogde (Flughafen) mitgenommen. Außerdem sind alle Flüge nach Manang und Jomosom gestoppt. Angeblich wegen des Wetters. Sie sollen bis Dienstag warten Nach dem Frühstück gehen die Jungs und ich zum T-Shirt-Macher. Jörg und Marie bestellen jeweils 11 !! T-Shirts. Kurz danach kommen wir an einem Laden mit Kissenbezügen, Läufern und Tagesdecken vorbei. Jörg, Marie und ich sind begeistert, Ich will auf alle Fälle eine Decke für Vera haben. Nun geht das Handeln los, nach einer halben Stunde habe ich einen Preis von 1700 RS pro Decke ausgehandelt. Angefangen haben wir bei 3500 RS! Nicht ohne Stolz zeigt uns der Händler, daß die anderen Touristen 3000 RS pro Decke bezahlen. Hier noch mal der Hinweis für alle Reisenden: Handelt was das Zeug hält, es macht nicht nur Spaß, es ist ein Ritual für diese Menschen. Wird der gebotene Preis akzeptiert ohne zu handeln, versaut man das Preisniveau!! Jedenfalls hatte ich einen Superpreis erzielt! Um 15.00 Uhr treffen wir uns wieder zum Essen in der Stadt. Zwischenzeitlich haben wir die Tickets für den Bus nach Kathmandu besorgt. Es wird ein ruhiger Abend.
23.Tag
Der letzte Tag in Pokhara, langsam wird es schon langweilig. Für Touren ist es einfach zu heiß. In der Kathmandu Post habe ich gelesen, daß es 29,6 Grad heiß gewesen sei und das Oskar Lafontane von seinem Posten als Finanzminister zurückgetreten sei. Wir sind noch mal durch die Trekkingläden gelaufen, um zu sehen, was man noch mitnehmen kann. Jochen hat sich Fleecehandschuhe für 2,- DEM gekauft, ich einen Regenschutz für meinen Rücksack für ca. 7,- DEM, Fleecepullis (Markennamen) gab es schon ab 20,- DEM. Vieles ist nachgemacht oder einfach nur das Logo aufgestickt. Dennoch kann man sich mit den Sachen günstig für eine Trekkingtour ausrüsten.
Ansonsten ist nur abhängen angesagt. Heute Abend ist wieder Abschiedsessen mit Jörg und Marie bei uns im Hotel. Die beiden wollen am Mittwoch weiter und wir fahren morgen mit dem Bus nach Kathmandu zurück. Von den Mädels haben wir auch nichts mehr gesehen.
24.Tag
Pünktlich um 6.30 Uhr ist der Bus am vereinbarten Ort. Ich hab einen Sitzplatz der mir auch genügend Raum für die Beine läßt. Der Unterschied zwischen einen Touristenbus und einem Localbus ist gewaltig. Bei einem Zwischenstop fährt ein Bus an uns vorbei aus dessen Dach eine ganze Ziegenherde steht!! Für ein Foto hat die Zeit leider nicht gereicht. Nach 7 Stunden sind wir „pünktlich“ in Kathmandu. Quer durch Thamel laufen wir zu Jochens Hotel. Das Zimmer kostet 6 $ für uns, ganz schön teuer!. Aber die drei Tage die mir noch bleiben werde ich wohl damit leben können. Nach dem Einchecken im Hotel, laufen wir zu Aeroflot, damit ich meinen Flug rückbestätigen kann. Anschließend wollen wir auch zu Royal Nepal (RNAL) um Jochens Flug rückzubestätigen. Gestern hatten wir schon gelesen das RNAL streikt. Im Flugbüro ist der Teufel los. Reisende stehen herum und schimpfen über die mangelnde Informationspolitik von RNAL und an den Schaltern stehen Massen um ihre Flüge umbuchen zu lassen. Für die indischen Gäste wurden eigens eine Maschine gechartert. Die anderen Touristen werden auf weitere Airlines verteilt. Katherina und Thomas werden über London nach Frankfurt fliegen und auch Jochen wird mit Austrian Airlines erst mal Wien sehen, bevor er nach Deutschland kommt. Ja, was haben viele über Aeroflot gelästert, aber die fliegen und sind auch noch preiswerter als die anderen Airlines. Abends treffen wir Katherina, Thomas und die „Pumukels“ aus Berlin. Die „Pumukels“ sind zwei Frauen aus Berlin mit einem etwas schrillen Aussehen aber echt nett. Die haben wir in Chandrung kennengelernt und unterwegs immer wieder getroffen.
25.Tag
Zunächst erst mal ein gutes Frühstück bei „Pumpernickels“ einer deutschen Bäckerei, kann ich echt weiterempfehlen. Wieder treffen wir die Pumukels und beschließen gemeinsam zur Stupa Bodhnath zu fahren. Bodhnath ist neben Swayambuthnath das wichtigste buddistische Heiligtum Nepals. Die Kuppel hat einen Durchmesser von 40 m und ist eines der größten buddistischen Bauwerke der Welt. Gebaut wurde sie vermutlich im 7 Jh. Die Stupa steht mitten in einem Carre` und ist von der Straße praktisch nicht zu sehen. Ein beeindruckendes Bauwerk, über Treppen gelangt man auf die Terrassen und kann so die Stupa umrunden. Am Sockel befinden sich rundherum Gebetsmühlen, die von Gläubigen gedreht werden. Dabei murmeln sie immer wieder „O mani padme um“. Die berühmten Augen der Stupa schauen einen so eindringlich an, daß die Macht die dieses Bauwerk und der damit dokumentierte Glaube körperlich spürbar wird. Ich fühlte mich regelrecht beobachtet. Nach einer Stunde laufen wir weiter nach Pashupatinath. Dieses Heiligtum ist der wichtigste hinduistische Ort Nepals. In den Tempel dürfen wir nicht hinein. Aber der gesamte Komplex ist auch ohne Tempel sehr sehenswert. An den Ufertreppen, den Arya Ghat und den Surya Ghat werden die sterblichen Überreste der Toten verbrannt. Erst wird ein Stapel Brennholz aufgeschichtet und dann der Tote nach dreimaligen Umrunden des Scheiterhaufens draufgelegt und angezündet. Für uns Westeuropäer ein ungewöhnliches Spektakel, hier jedoch Normalität! Die Reste werden in den Bagmathi Fluß geworfen. Der Fluß ist ein Rinnsal und es stinkt über den ganzen Tempelbezirk hinweg . Im Fluß standen ein Vater mit seinem Sohn und sieben das Wasser nach möglichen Beigaben der Toten durch. Gleichzeitig sammelten sie die größeren unverbrannten Holzscheite ein um sie weiter zu verwerten.
1 ½ Stunden haben wir uns diese Zeremonie angeschaut dann gehts durch die Stadt zurück nach Thamel. Anschließend war noch Essen angesagt und wieder ist ein Tag vorbei.
26.Tag
Heute sind wir zu einem weiteren hinduistischen Heiligtum gefahren (Localbus). Budhanilakantha, eine Vishnu-Figur, die in Nepal meist verehrteste Form von Vishnu ; der Name bedeutet soviel wie: Der, der auf dem Wasser schwimmt. Eine Anspielung auf Vishnus schlafenden Zustand am Grunde des Ur-Ozeans. Die Figur ist ca. 4,5 m lang und ruht auf einem Bett aus ineinandergeflochtenen Schlangen. Die Figur ist aus einem einzigen Stein gefertigt und diese Gesteinsart gibt es im ganzen Kathmandutal nicht! Sie datiert aus dem 7. Jh. Der Ort ist aber bei weitem nicht so aufregend wie Bodhnath.
Auf einem in der Nähe liegenden Hügel soll es ein Frauenkloster geben. Ca. 40 Nonnen leben dort und dieses Kloster kann besichtigt werden. Auf dem Weg dorthin kommt man plötzlich an einen Checkpoint und wird aufgefordert 250 RS Eintritt zu bezahlen, wohlgemerkt nicht für das Kloster, Nepalis zahlen nur 10 RS. Ich halte die Höhe des Preises und die unterschiedliche Behandlung zwischen Einheimischen und Touristen für unverschämt. Also laufen wir wieder zurück und fahren mit dem nächsten Bus nach Kathmandu zurück. In Thamel angekommen laufen wir zu unserm Stammkaffee, ist im ersten Stock mit Freiterrasse zur Straße und machen „Socalwatching“ Hier treffen wir ein paar Freiburger , die in Tatopani auch im Dhaulagiri Guest House abgestiegen waren. Einer von ihnen hatte uns zeitweise nach Chandrung begleitet Er erzählte uns , daß er weiter zum Annapurna Base Camp (ABC-Camp) gegangen sei und genau an dem Tag, wo er am Ziel ankam, hatte er auch gutes Wetter und es sei echt ein Höhepunkt seines Treks gewesen. Na ich muß mir ja noch was für den nächsten Nepalbesuch aufheben. Außerdem empfehlen sie uns ein Tibetisches Restaurant zum Abendessen. Der Tip hat sich gelohnt, das Essen ist Klasse und der Name des Restaurants ist Zaika.
27.Tag
Heute geht’s noch mal kreuz und quer durch Thamel mit der Kamera in der Hand. Das Hotel ist bezahlt, die Tax für den Flughafen (1000 RS) ist ebenfalls zur Zeit gelegt. Bleibt nicht mehr viel über, aber ich bin mit meinem Geld gut hingekommen. Heute haben wir noch mal im Zaika, dem tibetischen Restaurant, gegessen und später gab`s noch Chang, eine Art Bier das aus Reis gebraut wird. Kaum Alkohol und sehr erfrischend.
28.Tag
Wir haben uns zum Frühstück mit den Pumukels verabredet. Leider nicht im Pumpernickel, sondern ein anderes Restaurant, was nicht so gut ist. Hier gibt’s noch einen Tip für eine preiswerte Unterkunft in Kathmandu, Sweet Dreams Lodge 200 RS DZ). Gemeinsam mit Jochen fahre ich zum Flughafen. Jochen`s Maschine geht um 10.00 Uhr meine um 14.00 Uhr. So konnten wir uns noch das Taxi teilen. Nach dem Einchecken trennen sich unsere Wege. War ein netter Kerl.
Vera konnte ich gestern noch erreichen, sie weiß nun Bescheid, dass ich komme.
Gesamtkilometer: 258 km
So, dass war Nepal!
Viele Jahre habe ich darauf gewartet hier hinzukommen. Wie immer wenn ich allein in den Bergen unterwegs war, zeigten sich auch hier die Berge nur unscharf im Dunst. Aber der Trek, die Landschaft und die Menschen, das ist schon eine spannende neue Erkenntnis. In keinster Weise mit unserer Lebensvorstellung bzw. Lebensweisen vergleichbar.
Auch die Reisezeit war richtig gewählt. Bevor der Rummel richtig losgeht schon auf dem Trek zu sein. Die Menschen sind noch offen und freundlich und die Preise noch niedrig. Hier in Kathmandu „versauen“ die Touristen die Menschen und die Preise. Bettlern und Kindern wird das Geld nur so zugeschoben, obgleich sie nur gezielt auf Touristen zugehen. Diese Entwicklung ist für Nepal sehr schädlich, denn gerade die heranwachsende Zukunft Nepals, die Kinder,
sind wenig begeistert zu arbeiten, wenn sie auf diese Art und Weise mehr Geld verdienen als der eigene Vater, der als Handwerker nur mühsam seine Familie ernähren kann. Nepal gehört zu den ärmsten Ländern der Erde und die Unterstützung bettelnder Kinder hilft dem Land wenig. Viele Nepalis und auch Inder kommen nach Kathmandu, um vom Tourismus zu leben. Nur so viele Reisende wie es Trekkingagenturen gibt , kann es fast gar nicht geben. Die Luftverschmutzung in Kathmandu ist selbst für Nepalis kaum auszuhalten. Wohlhabende Nepalis leben am Rand des Tales in protzigen Bauten während rund um die Stadt die Slums zunehmen. Für uns Europäer ist Nepal ein billiges Reiseland. Der Tourismus ist eine der wichtigen Einnahmequellen des Landes. Und wenn man etwas
darauf achtet, kann man mit seinen „Touridollars“ auch direkte Hilfe vor Ort bei
und für die Menschen leisten, denn die können es brauchen .
Dennoch, Nepal ist eine Reise wert. Die Eindrücke die ich in den vier Wochen eingefangen habe, werde ich wohl erst nach und nach richtig verarbeiten können. Ich hoffe, dass ich mit den Bildern und dem Reisebericht andere Reisewillige neugierig machen werde dieses Land zu besuchen.
Namaste, Nepal
Rückreise:
Ich bin gestern mit 1 Stunde Verspätung in Kathmandu gestartet. Zwei Flüge nach Indien waren unmittelbar vor meinem Flug wegen schlechten Wetters gecancelt worden. Aber ich glaube, daß hängt mit dem Streik bei RNAC zusammen. Jedenfalls habe ich wieder meinen Platz neben dem Notausgang (Beinfreiheit) bekommen. So hatte ich genug Platz um zeitweise zu schlafen. In Sharshar (Vereinigte Arabische Emirate) gab es wieder eine Zwischenlandung . Hier hab ich das erste Mal etwas im Duty free gekauft. Allerdings nicht viel billiger als im heimischen Laden. Nach einer Stunde fliegen wir weiter. Kurz vor 3.00 Uhr in der Nacht landen wir in Moskau, Wieder versuche ich etwas zu schlafen, immerhin hab ich 8 Stunden Aufenthalt, eine lange Zeit. In Moskau liegt noch Schnee und wie ist es in Wattenbek?
Um kurz nach 12.00 Uhr Ortszeit lande ich wieder in Hamburg. Zügig komme ich durch die Paßkontrolle und den Zoll, dann geht die Türe auf und ich sehe Vera.....
Bewertung Unterkunft: **** Super Laden
*** Mittelmäßig
** einfach, Du solltest Dich nochmals umschauen
* geh lieber woanders hin
Ausrüstungsliste: maximale Liste für alle Touren, ggf. individuell anpassen!!!
Ausrüstungsliste / Packliste
Geld umtauschen Kartenmaterial/Führer kaufen
Filme kaufen Essen/Trinken kaufen
Ausweis noch gültig
Packliste:
Bekleidung:
Unterhosen (ggf. lang) Sportunterhemd T-Shirt
Faserpelz-Hose/Pulli Turnschuhe Mütze
Gore-Tex Jacke Turnhose/kurze Hose Handschuhe (Flies)
Brille (Sonnen) Berg/Trekking-Hose Tennis/Trekking-Socken
Gamaschen Bergschuhe Badehose
Reiseapotheke:
Schmerztabletten Pflaster Mullbinden
Binden(Vera) Leukoplast Nasenspray
Sonnencreme/Lippenschutz(Labello) Sicherheitsnadeln
Hygiene:
Zahnpasta/Bürste/Creme Seife Kamm
Zahnseide Rasierzeug Handtücher
Waschlappen Kondome
Lebensmittel:
Teebeutel Isostar Pulver Müsli/ Riegel
Hartwurst Marmelade Butter
Brot Süßes (Schokolade)
Rucksack/Sonstiges:
Grödeln/Steigeisen Rettungs-Schutzdecke
Taschenlampe Ersatzbatterien/Birne
Sonnen/Gletscherbrille Papiertaschentücher
Toilettenpapier Streichhölzer
Kompaß Wasserflasche
Stirnlampe Wäschebeutel
Schlafsack/Hüttensack Gebiets-/Bergführer
DAV-Karten Steinschlaghelm
Fahrradhandschuhe Handy
Foto/Filme/Fernglas Notizblock
Taschenmesser Bleistift
Uhr/Höhenmesser Trinkflasche
Klettergurt/Steigset AV-Ausweis
Pers-Ausweis Auslandskrankenschein
was zum Lesen Isomatte
Beste Reisezeit:
Für mich war es der auslaufende Winter, weil anfänglich nur wenige Touristen unterwegs waren und die Lodges billiger und die Menschen mehr Zeit für die Wanderer hatten. Auf dem Rückweg spürte ich schon die andere Stimmung, die durch die Kurzreisenden (Geldtouristen) mit Flug Pokhara - Jomosom oder anders herum verursacht wird. Mehr Fun, mehr Geld für Träger und Guides, obgleich nicht notwendig. Aber eine Trekkingtour in Nepal „gemacht“.
Einziger Wermutstropfen für mich, die Sicht auf die Berge ist nicht so klar wie Ende Oktober/Anfang November.
Reisekosten: (Stand 2/99)
Flug 925,- DEM
Unterkunft 20 - 120 RS, Kathmandu 5 - 10 $/Nacht
durchschnittlicher Tagessatz (Unterkunft und Essen, ) ca. 200 RS, ab Manang bis Jargot ca. 500 RS
Land und Leute:
Geographie
Das Land liegt zwischen den zwei bevölkerungsreichsten Staaten der Erde. Im Süden und Westen liegt Indien und im Norden grenzt Tibet, was durch die Anektion Chinas zu China gehört. Nepal gliedert sich in drei Höhenzonen: Die Gebirgsrücken des Himalaya, das dem Hochgebirge vorgelagerte Bergland und das flache Terai. Nepal selbst weist mit dem Mt. Everest (8848m) und weiteren 10 Gipfeln über 8000m die höchsten Berge der Erde aus. Im Terai liegt der niedrigste Punkt bei nur 70 m. Auf dem Trek selber sieht man den Annapurna I 8078m, den Manaslu 8153m und den Dhaulagiri 8172m. Die Schneegrenze liegt bei ca. 5000m. Der Himalaya ist erdgeschichtlich gesehen noch ein recht junges Gebirge ( ca. 70 Mio. Jahre alt). Das Khali Gandaki ist mit 6000m Tiefe das größte Durchbruchtal der Erde.
Menschen
Nepal hat ca. 18 Millionen Einwohner. Davon leben etwa 2/3 im den Bergregionen. Es gibt nur wenige große Städte in Nepal. Viele sind Analphabeten, auch wenn schon über 80 % der Kinder die Grundschule besuchen. Es gibt viele Volksgruppen in Nepal, wie z.B. die Newar, Tamang, Tibeter, Sherpa u. a. Sie unterscheiden sich in ihrer Lebensweise, Kleidung, Sitten recht deutlich.
Wichtigster Handelspartner ist Indien. Größter Devisenbringer ist der Tourismus, danach kommt der Export von tibetischen Teppichen. 90 % der Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft. Industrie gibt es nur sehr wenig, teilweise über Entwicklungshilfe gefördert.
Literatur: Lonley Planet (Deutsche Fassung aus dem Walther Verlag) ***
Nepal Handbuch (Reise Know How Verlag) nicht immer genau **
Nepal (Nelles Guides, Nelles Verlag) Annapurna Trek etwas ausführlicher beschrieben ***
Internet: http://www.destination-asien.de/Nepal/annapurn.htm
http://www.nepalonline.net/hra/#trails
http://www.tu-chemnitz.de/~fth/berge/links/travel.html
Übersicht
über die Trekkingroute