Mindelheimer Klettersteig und Heilbronner Weg (Allgäuer Alpen); 

 Juli 2003


VON: Frank Velten

Zwei-Tagestour ab Oberstdorf


1 Tourenverlauf


08.07.2003

Unsere erste Tour in diesem Urlaub führt uns nach Oberstdorf. Hier wollen wir in zwei Tagen zunächst den Mindelheimer Klettersteig begehen und anschließend den Heilbronner Höhenweg.
Um den langen Zugang durch das Dorf zu verkürzen, nutzen wir den Bus und fahren bis zur Talstation der Fellhorn Bahn. Ab hier geht es zu Fuß weiter. Wir folgen dem Talverlauf bis zur verfallenen Kühgrund Alm. Ab hier steigen wir über Grasshänge hinauf zur Fidererpass Hütte (2067 m). 
Von der Hütte kann man sehr gut den Gratverlauf und damit den Verlauf des Mindelheimer Klettersteigs sehen (zumindest den ersten Teil). Von der Hütte in einigen Kehren hinauf zur Saubuckelscharte (2210 m), dann dem Gratverlauf folgend über einige Metalleitern hinauf zum Nördlichen Schafalpenkopf (2320 m). Anschließend geht´s wieder hinab zu einem Verbindungsgrat, der uns dann zum Mittleren Schafalpenkopf bringt. Doch bevor wir diesen erreichen, queren wir eine kurze schöne Metallbrücke, die eine tiefe Scharte überschreitet. Dann der Gegenanstieg auf den Mittleren Schafalpenkopf (2301 m) und nach stetigen auf und ab kommt man dann zum Südlichen Schafalpenkopf (2273 m). Von hier folgt man den Graßhügeln „übersteigt“ das Kemptener Köpfl (2191 m) und erreicht die Mindelheimer Hütte (2013 m). 
Hier werden wir die Nacht verbringen und morgen begehen wir dann den Heilbronner Höhenweg.


 

  Bilder Tour Mindelheimer Klettersteig 

Kurz hinter dem Einstieg ab der Fidererpasshütte    Verlauf des Klettersteigs...über den Grat

               

Blick hinab zur Mindelheimer Hütte

        

2 Infos zur Tour


Höhendifferenz:

Aufstieg: 1150 HM bis Fidererpass Hütte

600 HM Auf und 600 HM Ab am Klettersteig

 

Gehzeiten: Parkplatz – Fidererpasshütte 2,5 Stunden

Klettersteig 3,5 Stunden mit Pausen

Einkehrmöglichkeiten: Fidererpasshütte

                        Mindelheimer Hütte



Unterkunft: Fidererpasshütte und Mindelheimer Hütte (ggf. vorbestellen in der Saison)



Literatur: AV Führer „Heilbronner Weg“ ; Bergverlag R. Rother

 

 

1 Tourenverlauf

09.07.2003

Von der Mindelheimer Hütte (2013 m) zur Rappenseehütte (2091 m) und weiter über der Heilbronner Weg zum Kemptener Haus (1844 m) und zurück nach Oberstdorf

Früh starten wir heute, denn es wird eine lange Tour oder auch ein langer Tag...
Erst einmal steigen wir 800 HM !!! hinab zur Schwarzen Hütte (1227 m), dieser Weg ist eine Variante, um zur Rappenseehütte zu kommen. Wir wählten diese, weil zeitlich diese Strecke etwa 1 Stunde kürzer ist und uns nach der Rappenseehütte noch der „Heilbronner“ erwartet... 
Anzumerken sei noch, dass dieser Weg wenig begangen wird und eine eindrucksvolle Rundsicht bietet. 
Direkt bei der Schwarzen Hütte zweigt der Weg zur Rappenseehütte ab.....nein hinauf, ein sehr steiles "Steiglein" führt durchs Körbertobel bis zu einer Diensthütte, ab hier flacht der Weg etwas ab, in der Ferne ist schon die Fahne der Rappenseehütte zu erkennen. doch der Weg dorthin ist noch recht lang.

An der Rappenseehütte legen wir eine kurze Rast ein, denn nun kommt der "Hauptgang" unserer Tagestour. In Serpentinen steigen wir zur Großen Steinscharte ( 2262 m) hinauf, dann durch ein grobes Felsengelände hinauf zur Kleinen Steinscharte (2541 m). Im Aufstieg gibt es noch eine Wegabzweigung zum Hohen Licht (2651 m), einem Gipfel der mit einer halben Stunde Umweg "mitgenommen" werden kann. Ab der Kleinen Steinscharte beginnt der reizvollste Teil des Heilbronner Weges. Auf teilweise ausgesetztem Wege über eine eiserne Leiter erreicht man den Steinschartenkopf (2615 m), dies ist auch der höchste Punkt des Heilbronner Weges  mit einer großartigen Rundumsicht!

Weiter führt uns der Weg zur Socktalscharte (2446 m), wieder hinauf zum Bockkarkopf (2609 m)  und dann hinunter in die Bockkarscharte (2522 m). Hier endet der eigentliche Heilbronner Weg, doch wir wollen weiter zur Kemptener Hütte und folgen daher den recht ebenen Weg unterhalb der Südwände der Hochfrottspitze, erreichen den Schwarzmilzferner (seine Begehung ist gefahrlos). Auf dem Ferner teilen sich die Wegspuren, wer geradeaus weitergeht kann die Mädelegabel (2644 m) besteigen, Wir jedoch gehen einen Rechtsbogen über den Ferner, durchqueren das Blockwerk eines Felssturzes der Mädelegabel und folgen dann dem Weg unterhalb der Südabstürze des Katzers (schön aber auch langatmig). Vom oberen Mädelejoch aus müssen wir dann noch mal über Blockwerk steigen, um dann dem leichten Weideweg zur Kemptener Hütte (1846 m) zu folgen.

Es ist mittlerweile kurz vor 17.00 Uhr, wir erholen uns und beratschlagen, ob es nun weiter geht hinab nach Oberstdorf oder wir hier übernachten. Nach Auskunft der Hüttenwirtin gibt es ein Shuttlebus von der Spielmannsau nach Oberstdorf hinein. Eine halbe Stunde später steigen wir im Eiltempo (der Abstieg soll ca. 2 Stunden dauern) hinab, um den Shuttlebus zu erreichen. Durch ein schmales Tal, dem Sperrbach folgend erreicht man die Talsohle bzw. die Trettnach. Nun noch dem Wirtschaftsweg folgend zur Spielmannsau.... und tatsächlich wir erreichen gerade noch den letzten Bus... die letzten Plätze nach Oberstdorf! Um kurz vor Acht stehen wir wieder an unserem Auto.....ein langer Tag , eine lange Tour geht zu Ende! 

Hinweis: Es handelt sich um eine sehr lange Tagestour mit vielen Höhenmeter, die auf zwei Tage verteilt werden sollte! 

 

Bilder Tour Heilbronner Weg

    Leiter am Heilbronner Wegein reizvoller Höhenweg....    Abstieg am Sperrbach entlang

 

 

2 Infos zur Tour


Höhendifferenz:

Aufstieg/Abstieg: 850 HM / 800 HM   Mindelheimer Hütte zur Rappenseehütte

                     800 HM / 1000 HM  Rappenseehütte zur Kemptener Hütte 

                     800 HM               Abstieg nach Oberstdorf

Summe Aufstieg: 1650 HM

Summe Abstieg:  2600 HM

Gehzeiten: gesamt 9.45 Stunden mit Pausen

Klettersteig 4,45 Stunden mit Pausen

Einkehrmöglichkeiten: Mindelheimer Hütte, Rappenseehütte und Kemptener Hütte



Unterkunft: Mindelheimer Hütte, Rappenseehütte und Kemptener Hütte (ggf. vorbestellen in der Saison)



Literatur: AV Führer „Heilbronner Weg“ ; Bergverlag R. Rother