Von Süd nach Nord durch Donegal (Trekkingtour in Irland)

 


Von: Frank Velten




Anreise
Die Anreise erfolgte schon am 19.05.00 von Hamburg via Brüssel nach Dublin. Anschließend fuhren wir mit dem Überlandbus nach Carrick on Shannon, dem Treffpunkt mit Jürgen Hübler und Robert Peichl, zwei Bekannten bzw. Kollegen aus München. Gemeinsam hatten wir eine Hausboottour auf dem Shannon – Erne Waterway vor. Hierzu später mehr. Zunächst nur ein paar Bilder an dieser Stelle.

           

              Frank              Vera               Robert              Jürgen

Der Verfasser des Berichts

      

Jeder an Bord hatte seine Aufgaben.....


Nach einer Woche Bootstour stand unser zweites Event an, eine Trekkingtour durch den Nordwesten von Irland. Einer wenig bekannten und begangenen Route. Die Provinz Donegal befindet sich im Nordwesten von Irland, quasi neben Nordirland, was bekanntlich zu England gehört. Infrastrukturell wenig ausgebaut, die Menschen leben von der Schafzucht und vom Torfabbau. Intensive Landwirtschaft und Industrie gibt es praktisch nicht. Die Menschen sind gegenüber Fremden sehr aufgeschlossen und freundlich.
Mit dem Bus fuhren wir von Belturbet nach Donegal (ca. 2,5 Std). Hier starteten wir gegen 14.00 Uhr.


1. Tag


1 Tourenverlauf

Zunächst holen wir noch etwas Cake für den Nachmittagskaffee. Dann folgen wir der N 15 stadtauswärts. Etwa 7 km immer an der Hauptstrasse entlang (man kann auch den Lokalbus nehmen, 15 min Fahrt) bis nach Druminnin, hier zweigen wir auf eine einsame Nebenstrasse ab und folgen dieser am Lough (See) Eske vorbei. Vor uns baut sich unser erstes „Hindernis“ auf, die Blue Stack Mountains, eine zerklüftete Bergkette aus Granit mit Höhen bis zu 674m. Nach einigen Kilometern Wandern sehen wir hinter Druminnin rechts eine kleine Weide, hier wird die erste Pause gemacht und der anfangs gekaufte Cake verzehrt. Weiter gehts der Strasse nach, an wunderschönen Cottage`s ,an blühenden Rhodedendron und an grasenden Schafen vorbei. Am Ende einer S-Kurve folgen wir dem Fahrweg zu den Bauernhöfen (nicht der Markierung folgen) und steigen dahinter langsam den Blue Stack Mountains entgegen (Fahrweg folgen). Nach insgesamt 4 Std. , wir sind schon in den Ausläufern der Blue Stack Mountains erreichen wir unterhalb des Doonan Wasserfalls eine geeignete Stelle , um das Zelt aufzustellen. Hier haben wir eine phantastische Ausicht über den Lough Eske, den Bergen und können sogar in der Ferne den Atlantik noch sehen. Gemeinsam mit sehr vielen kleinen Mücken (auf unserer Haut) genießen wir den Abend.

2 Infos zur Tour
Wetterlage: warm, ca. 12 Grad, wenig Wolken. Hinweis: Wir waren Ende Mai unterwegs. Das Wetter war für „irische“ Verhältnisse gut, viel Sonne, wenig aber täglich etwas Regen.


Höhendifferenz: Druminnin – Doonan Wasserfall ca. 250 m


Gehzeiten: ca. 4,5 Stunden mit Pausen ; ca 17 km


Karten: OS Karte 11


Einkehrmöglichkeiten: keine


Unterkunft: keine; Zelt ist auf dieser Tour mitzuführen


Ausrüstung: siehe Packliste


Literatur: Gibt es über die Provinz Donegal kaum. Der beschriebene Weg ist aus dem Buch............, Bruckmann Verlag, 49,90- DM. Die Tour ist dort jedoch ziemlich grob und unvollständig beschrieben.


Informationen: Übers Internet, www.Irland.de, auch Busfahrpläne.



2. Tag


1 Tourenverlauf

Wir starten um 8.50 Uhr. Die ersten Schritte sind schwer, der Rucksack drückt (Vera hat über 15 kg und ich über 19 kg). Es geht aufwärts am Wasserfall vorbei in ein schmales Hochtal. Der Weg wird immer sumpfiger. Es dauert auch nicht lange und ich versinke das erste Mal darin. Die Landschaft ist karg, keine Bäume nur Gras , Torf und Wasser. Die Berge sind nicht höher als 670 m und steigen sanft aus dem Tal nach oben. Der Boden gibt immer wieder nach, ein beschwerliches Laufen. Früher seien hier die Mönche von Donegal zur Nordwestküste gelaufen, daher heißt dieser Weg auch „Monk´s-Path“. Der Weg folgt dem parallel laufenden River Corobber bis zu einem Sattel, links der Croaghbarnes (499m) und rechts der Croaghanirwore (548m), hier steigen wir wieder links haltend am Cornamuck River hinunter. Das Tal macht einen Knick nach links und weitet sich wieder. Hier mündet der Cronamuck River in der Owendooo River. Wir durchwaten den River und steigen am anderen Ufer wieder etwas an. In der Ferne sehen wir schon die Ansiedlung Letterkillew und dahinter den Gaugin Mountain (565m). Eine Brücke , die wir sehen, führt über den Owengarve River. Hier haben wir endlich wieder festen Boden unter den Füssen. Der Fahrweg von der Brücke mündet in eine schmale Strasse der wir nach links folgen. Der Strasse folgen wir, auch wenn sie mehr und mehr zum Forstweg wird, diese „Strasse“ führt uns in einen Sattel zwischen dem hier bewaldeten Gaugin Mountain und einem Nordausläufer der Blue Stack Mountains. Übrigens ab Letterkillew finden sich Markierungen (Pfosten mit einen gelben Wanderersymbol) denen man nun folgen kann. Kurz hinter dem Sattel zweigt die Markierung nach links ab, wir sind ihr nicht gefolgt und mussten daher etwas beschwerlich den Reelan River weiter unten durchwaten. Folgt man der Markierung gelangt man zu einer Brücke die man überquert und dann steigt am anderen Talhang wieder hoch auf eine kleine Strasse. Dieser folgt man nach links etwa 2,5 km, dann zweigt die Markierung nach recht ab. Wir folgen einem noch erkennbaren Fahrweg, dann einer Spur, dann den Markierugen hoch auf einen Sattel zwischen den Croveenananta (476m) und einer Erhebung (403m) zur Linken. Geradeaus geht der Weg weiter in eine Senke hinunter, über zwei Wasserläufe hinweg und leicht nach rechts durch einen weiteren Sattel unterhalb des Clogher North (396m) wieder hinab zur Strasse Ballyboffey-Glenties. Der Weg ist ganz schön mühsam. Wir überqueren die Strasse und folgen weiter der Markierung abwärts an den Stracashel River. Dann wieder aufwärts über einen sanften Hügelrücken, gelangen wir an den Stranagoppoge River. Hier schlagen wir wieder unser Zelt für die Nacht auf. Es ist gar nicht so leicht in Irland einen trockenen Platz für´s Zelt zu finden.

2 Infos zur Tour
Wetterlage: warm, ca. 15 Grad, wenig Wolken. 


Höhendifferenz: Doonan Wasserfall - Stranagoppoge River ca. 700 m


Gehzeiten: ca. 8,5 Stunden mit Pausen ; ca. 22 km


Karten: OS Karte 11


Einkehrmöglichkeiten: keine


Unterkunft: keine; Zelt ist auf dieser Tour mitzuführen



3. Tag


1 Tourenverlauf

In der Nacht hat es geregnet, doch nun scheint wieder die Sonne. Heute früh lassen wir uns mehr Zeit beim Frühstück und dem Einpacken, denn wir wollen nach Fintown, dem einzigen größeren Ort auf der Tour. Da gibt es einen Shop, um die Vorräte wieder zu ergänzen und ein Pub (Guiness). Vorm Schlafplatz aus folgen wir noch etwa 200m dem Fahrweg, dann stoßen wir auf eine Strasse der wir nach rechts folgen. Langsam ansteigend sehen wir zur Linken den Lough Muck und rechts den Scaigs (428m). Wenig später sehen wir den Lough Finn und das Dorf Fintown unter uns liegen. Die Strasse mündet in eine Hauptstrasse der wir links in den Ort folgen. Nach etwa 1 km kommt der Shop (gegenüber der Tankstelle) und nach den notwendigen Einkäufen gehen wir weitere 1,5 km bis zum Pub. Hier füllen wir den „dunklen“ Saft nach. Nun können wir unsere Tour fortsetzen, zurück aus dem Ort wieder raus, weiter der Markierung folgend geht’s nach 1 km links Richtung Bauernhof, über diesen drüber, stoßen wir wieder auf einen Fahrweg dem wir nach links folgen. Immer parallel zum Hügelrücken des Gubbin Hills bis kurz vor dem Talschluß. Hier zweigt der Weg nach links ab, wir laufen weiter geradeaus (Markierungen folgen). Der Weg wird immer schmaler und sumpfiger bis er nach etwa 2,5 – 3 km wieder als fester Fahrweg erscheint. Hier befindet sich auch ein Gatter quer über die Strasse. Rechts der Strasse finden sich noch Überreste von alten Steinhäusern. An dieser Stelle gehen wir links am Waldrand entlang über einen Bach (nicht gerade einfach) auf der anderen Seite wieder aufwärts zum Ende des Waldes. Hier sehen wir den Lough Muck vor uns, unserem heutigen Etappenziel. Am See entlang gelangen wir am nördlichen Ufer zu einer Bacheinmündung die schöner nicht sein kann. Rechts und links hat sich etwas Sand angesammelt und ca. 15 m den Bach hinauf findet sich auch eine schöne trockene Stelle um das Zelt aufzuschlagen. Also heute Abend gibt’s einen „Zelt“ eigenen Beach zum relaxen. Sogar die Mücken haben uns in Ruhe gelassen.

2 Infos zur Tour
Wetterlage: warm, ca. 15 Grad, viel Sonne und wenig Wolken wechseln sich ab


Höhendifferenz: Stranagoppoge River – Lough Muck ca. 360 m


Gehzeiten: ca. 6 Stunden mit Pausen ; ca. 20 km


Karten: OS Karte 11 und 6


Einkehrmöglichkeiten: Fintown, Ort mit Pub und Einkaufsmöglichkeiten


Unterkunft: keine; Zelt ist auf dieser Tour mitzuführen


4. Tag


1 Tourenverlauf

Der Tag beginnt mit einem heftigen Regenschauer und das auch noch vor dem Frühstück. Den Schauer warten wir erst einmal ab, dann Kaffee kochen und frühstücken. Gegen 9.50 Uhr, kurz vor dem nächsten Schauer wandern wir am Hang des Crockastoller (418m) entlang, folgen dem Croagheen River aufwärts und halten uns dann nach links zwischen Crockskallabagh (494m) und Coaghacullin (435m) hindurch. Der Weg ist sehr beschwerlich, denn die Hügel sind durch das viele Wasser erodiert, so dass man ständig über tiefe Gräben hinüber muss und das ohne im Sumpf einzusinken. Unser Weg führt auf den Meenbog Hill (356m) = sumpfiger Hügel, der Name sagt alles über den Weg Dann steil abwärts zu einer kleinen Strasse, die den Nationalpark Glenveagh durchquert. Diese Strasse kreuzen wir (markanter Punkt ist ein Kieshaufen für Ausbesserungsarbeiten an der Strasse) und steigen auf der anderen Talseite wieder steil an in die Derryveagh Mauntains, einem Naturschutzgebiet in dem es das letzte Rotwild in Irland geben soll. Oben angekommen übersteigen wir den Schutzzaun des Nationalparks und erreichen Ballaghgeeha Gap, einen sehr schmalen und steilen Einschnitt im Westhang des Berges. In der Ferne sehen wir die Häuser von Dunlewy , den gleichnamigen See und eine sehr schöne Ruine einer Kirche am Ortseingang. Den Einschnitt steigen wir unter Zuhilfenahme der Hände (fast wie in den Alpen), vorsichtig wieder ab und erreichen den felsigen Grund des Poisend Glen. Hier übersteigen wir wieder den Schutzzaun gelangen in ein weiteres größeres Tal , was uns bis zur Siedlung Dunlewy am gleichnamigen See führt. Direkt am See finden sich einige gute trockene und schöne Lagerplätze für die Nacht. Doch zunächst wollen wir erst einmal in den Ort hinein gehen. Rechts vom Ort steht markant der pyramidenförmige Errigal (751m). Im Dorf befindet sich eine Jugendherberge und eine private Unterkunft, ein Tankstelle sowie ein Laden und ein Pub, also alles was der Mensch in Irland braucht. Nach dem obligatorischen Guiness, einem Eis und anderen Leckereien laufen wir zurück zum Lagerplatz und bereiten uns ein typisches Campingmahl (Nudeln mit Soße).

Frank bei der Zubereitung des Abendessens


2 Infos zur Tour
Wetterlage: warm, ca. 15 Grad, Sonne etwas Regen wechseln sich ab


Höhendifferenz: Lough Muck – Dunlewy ca. 600 m


Gehzeiten: ca. 6,5 Stunden mit Pausen ; ca. 24 km


Karten: OS Karte 1 und 6


Einkehrmöglichkeiten: Dunlewy, Ort mit Pub und Einkaufsmöglichkeiten


Unterkunft: zwei Herbergen im Ort


5. Tag


1 Tourenverlauf

Vom Lagerplatz steigen wir zur Durchgangsstrasse Bunbeg – Letterkenny auf, dieser folgen wir bis etwa nach 4 km links die Reste von gemauerten Torpfosten zu erkennen sind. Hier biegen wir ein und folgen dem gut erkennbaren Fahrweg zu einem längst verlassenen Anwesen, welches einst (im 19 Jh.) von einem wohlhabenden Rechtsanwalt erbaut wurde, der hier als Aussteiger leben wollte. Da sich kein Nachfolger für diese Anwesen fand, verfiel es wieder. Heute stehen nur noch die beeindruckenden Mauern des Wohnhauses. Das Anwesen steht direkt am Lough Altan, der wiederum zwischen Errigal und Aghla More ( 584m) eingebettet liegt. Kurz vor dem Seeufer queren wir noch einen Wasserlauf, passieren die Mauerreste der Altan Farm und machen eine kleine Pause am Seeufer. Das Wetter verschlechtert sich. Der Himmel ist heute gänzlich von einer Wolkenschicht bedeckt. Wir gehen am Nordufer des Lough Altan bzw. dem Hang des Aghla More entlang zum Ausfluß dem Tullaghobegley River. Hir stossen wir auf eine kleine Strasse der wir nun folgen. An kleinen Bauernhöfen vorbei schlengelt sich die Strasse (ca. 5 km) durch typisch irische Landschaft und mündet dann in die querlaufende Strasse Falcarragh – Derryveagh National Park. Auch den Atlantik können wir vor uns sehen. Das Ende der Tour bzw. der Zielort ist zu sehen...Falcarragh! Ein Blick zurück, wir sehen die Derryveagh Mauntain, den Errigal, spüren ein letztes Mal die Einsamkeit, sehen ein letztes Mal die recht karge Landschaft. 
Gegen 14.15 Uhr erreichen wir Falcarragh und just in dem Moment fängt es auch heftig an zu regnen. Das Wetter ist umgeschlagen!
Wie setzen uns in ein Cafe und beratschlagen unsere weitere Planung. Das Wetter wird sich nicht mehr bessern. Auf unsere Frage, wann der nächste Bus nach Letterkenny geht, erhalten wir die überraschende Auskunft, dass in ca. 15 Minuten ein Bus direkt bis Dublin fährt. Wir schauen uns an, dann der Blick nach draußen, die Entscheidung ist gefallen, wir fahren mit dem nächsten Bus nach Dublin.
Nach ca. 5 Stunden kommen wir in Dublin an, es ist schon kurz vor 9.00 Uhr abends. Der Flughafenbus fährt gegenüber ab, auch hier keine Wartezeit. Um 9.45 Uhr sind wir wieder am Flughafen, so schnell war die Rückfahrt, dass wir noch nicht einmal richtig den Abschluß unserer Tour nachempfinden konnten. 
Leider sind die Büros schon zu, der nächste Flieger geht morgen um 6.50 Uhr. Die Büros öffnen um 6.00 Uhr, mal sehen ob wir umbuchen können. Die Nacht wird recht unruhig, weil die Halle dekoriert wird für ein Werbespektakel.
Der nächste Morgen! Hektik, die Mitarbeiterin von Sabena, unserer Fluggesellschaft, will nicht so recht. Es sind zwar Plätze frei, aber eigentlich möchte Sie uns neue Tickets verkaufen, weil wir sogenannte Billigtickets haben. Nach einer längeren Diskussion akzeptiert sie eine Umbuchungsgebühr von je 100,- DM und wir können noch den Flieger um 6.50 Uhr erreichen. In Brüssel haben wir noch 3,5 Stunden Aufenthalt wegen des Anschlußfluges und gegen 16.00 Uhr landen wir wohlbehalten wieder in Hamburg. Nun muss uns nur noch Marc abholen....


2 Infos zur Tour
Wetterlage: warm, ca. 15 Grad, Bewölkt später sogar heftiger Regen


Höhendifferenz: Dunlewy - Falcarragh ca. 400 m


Gehzeiten: ca. 5,5 Stunden mit Pausen ; ca. 21 km


Karten: OS Karte 1 


Einkehrmöglichkeiten: keine


Unterkunft: in Falcarragh