Kurztrip Alpspitze und Zugspitze am 23/24.08.97
VON: Frank Velten
TEILNEHMER: Jürgen Hübler 23.08.97 (nur Alpspitze)
Ankunft München 18.30 Uhr (bei Jürgen)
Feststellen, daß ich den kleinen Rucksack mit der Kleidung vergessen habe. Somit
fehlen mir eine kurze und eine lange Hose für die Bergtour. Kurzerhand gehe ich, während Jürgen kocht zum nächsten Kaufhof und erstehe nach einigen Anproben eine kurze Jeans. So kommt man zu neuer Kleidung. Anschließend folgt das Abendessen mit Jürgen ( Nudeln mit Gulasch) und die Dias von seiner Dombesteigung (Waliser Alpen). Um 22.30 Uhr fahren wir weiter nach Hamersbach bei Garmisch-Partenkirchen. Eintreffen . 23.30 Uhr. Kurzes Umpacken meines Rucksackes ist nötig, Jürgen wundert sich über meinen
"Futterbedarf" für die Tour.
1. Tourenbeschreibung
Geschlafen wurde bis 05.00 Uhr und nach einem kleinen Frühstück gehen wir gegen 5.40 Uhr vom Parkplatz (ca. 800m) los. Der Weg geht durch die Höllentalklamm (ist sehenswerter als die Partnachklamm) zur Höllentalangerhütte. Um 7.10 Uhr treffen wir an der Höllentalangerhütte (1300m) ein. Hier herrscht schon allgemeine Aufbruchstimmung, denn das Wetter ist ideal und die meisten Bergwanderer streben Richtung Zugspitze. Wir gehen gleich weiter über den Rindersteig an den Knappenhäusern vorbei zur Rinderscharte (ca. 2050 m). Hier machen wir die erste kurze Rast. Mittlerweile sehen wir schon viele Wanderer vom Osterfelderkopf (2033 m, Haltepunkt der Bergbahn) Richtung Alpspitze gehen. Um nicht hinten anstehen zu müssen laufen wir schnell weiter, nach 10 min kommen wir am Einstieg der Ferrata zur Alpspitze vorbei. Sieht ziemlich lang aus ca. 550 m Länge teilweise ausgesetzt und in der vollen Vormittagssonne. Wir gehen weiter über den Nordwandsteig (mäßig) und erreichen den Gipfel der Alpspitze (2620m) gegen 11.30 Uhr.

Jürgen beim Aufstieg zum Gipfel

Blick zum Gipfel der Alpspitze
Gehzeit vom Parkplatz (Hammersbach ca. 6 Std bei 1800 Höhenmeter. Jürgen klagt über starke Brustschmerzen beim Einatmen. Wie sich später herausstellt lag es wohl an der hohen Ozonbelastung der Luft. Ca. 1.5 Std. verweilen wir auf dem Gipfel bei herrlichstem Wetter.

Blick vom Gipfel der Alpspitze gegen Zugspitze und Höllentalanger
Die Fernsicht ist leider wegen des Dunstes in der Luft nicht so gut. Der Abstieg erfolgt über die gleiche Route an der Rinderscharte vorbei zum Osterfelderkopf. Hier gibt es ein großes Weizen zur Belohnung und ein kleines Mahl aus dem Rucksack. Jürgen fährt mit der Seilbahn und der Eisenbahn wieder zurück nach München und ich mache mich auf dem Weg zur Höllentalangerhütte (1381m). Hier treffe ich gegen 16.30 Uhr ein und besorge mir ein
Nachtlager.
Um 6.00 Uhr werde ich durch die ersten Bergwanderer die sich fertig machen geweckt. Auch ich nutze gleich die Gelegenheit zum Waschen und frühstücken. Um 6.40 bin ich auf dem Weg zur Zugspitze (2964m). Das Wetter ist wie immer, wenn ich auf die Zugspitze gehe, schlecht. Es regnet und es ist recht kühl. der Weg ist überhaupt nicht
langweilig. Erst geht man über einen Steig (Brettl) eine Wand hoch ähnlich wie im Reintal jedoch mit Eisenstiften und Seil
gesichert,

Kurz hinter dem Zustieg ......... Eisenklammern "ver"-sichern den Aufstieg
dann ist man im oberen Höllentalanger. Hier quert man einen richtigen, wenn auch kleinen, Gletscher und geht anschließend über ein Schneefeld,
wo man dann den Einstieg zum Steig auf den Gipfel erreicht. Dieser Steig ist recht ausgesetzt allerdings auch sehr gut gesichert Einzig die Felsen sind infolge der vielen Bergwanderer schon speckig und bei Nässe muß man auf einen guten und rutschfesten Halt achten. Gegen 9.40 stehe ich auf Deutschlands
höchsten Berg, der Zugspitze (2964m). Der vierte Versuch zu Fuß und ohne Seilbahn auf die Zugspitze zu gelangen ist mit geglückt. Gehzeit von der Hütte zum Gipfel 3 Std. bei 1600 Höhenmeter. Leider ist. der Gipfel vollständig in den Wolken, so daß eine Sicht, beispielsweise zum Eibsee, nicht möglich ist. Nach
10 min Gipfelglück verziehe ich mich ins Münchner Haus, wechsele die Kleidung und gönne mir eine Apfelschorle. Gemeinsam mit den anderen
Bergwanderern wird noch kurz über den Aufstieg gefachsimpelt und die verschiedenen Abstiegsmöglichkeiten diskutiert. Gegen 11.15 Uhr steige ich über die Wiener-Neustädter-Hütte, 2209 m, (Richtung Ehrwald) wieder talwärts. Der Steig ist schlecht versichert, die Seile sind teilweise losgerissen, der Weg sehr steil und im oberen Teil mit losen Schotterstellen versetzt. Um 15.00 Uhr erreiche das Auto in Hamersbach. Gegen 15.30 liege Ich dann in der Sauna vom Alpspitzbad und erhole mich von dieser schönen aber auch anstrengenden Tour. Von einer Einheimischen erhalte ich einen guten Tip über eine Pizzeria im Ort (Kramerstuben), wo ich auch hingehe. Gegen 22.40 Uhr nach einem „tollen“ Telefonat mit Vera fahre ich zum Rastplatz Seehaupt (halbe Strecke München zurück) wo ich die Nacht verbringe.
Das wars....
Frank
Infos zur Tour
Anreise: Von München ca. 1 Std. bis zum Parkplatz Hammersbach
Ausrüstung: Trekkingrucksack mit Bekleidung und Verpflegung, Klettersteigset
Verpflegung: Soweit nicht mitgebracht kann man auf den Hütten „fast“ alles bekommen. (Recht teuer).
Übernachtung: Höllentalangerhütte (1381 m) Preis 16,- DM/Nacht
Wetterlage: Erster Tag super Sonnenschein, zweiter Tag bis zum Nachmittag nur Regen.
Höhendifferenz:
Hammersbach (753 m) - Höllentalangerhütte (1381) m ca. 628 m,
Höllentalangerhütte - Albspitze (2629 m) ca. 1248 m und zurück zur Hütte.
Höllentalangerhütte - Zugspitze (2964m) ca. 1583 m.
Abstieg Zugspitze - Hammersbach ca. 2211m (ziemlich viel)
Gehzeiten: siehe Text
Literatur: Klettersteigatlas Rother Verlag Tour Nr. 16 - 19
Karten: Kompasskarte Nr. 6